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Züchtung

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Unter Züchtung kann heute zweierlei verstanden werden:

  • a) die künstliche Zuchtwahl durch einen Züchter zwecks Neuzüchtung. Dabei besteht das Ziel, bestimmte äußere oder innere Eigenschaften von Individuen durch Kreuzung entweder bewusst herauszubilden („heranzüchten“) einerseits oder solche Eigenschaften und Merkmale möglichst zum Verschwinden zu bringen („wegzüchten“) andererseits. Dadurch entstehen auch neue Tier-Rassen bzw. Pflanzen-Sorten.
  • b) die reine Aufzucht von Tieren oder Pflanzen bei Mastbetrieben bzw. Gärtnereien. Dabei geht es nicht mehr um die Veränderung von Eigenschaften, sondern nur um das kontrollierte Vermehren der speziellen Rasse bzw. Spezies zum Zwecke des Verkaufs.

Züchtung im eigentlichen Sinne ist jedoch nur die unter a) beschriebene Tätigkeit.

Zu beachten ist, dass der Begriff „Züchtigung“ zwar auf dasselbe Wort zurückgeht, jedoch einen völlig anderen Sinn hat, nämlich den der Strafe – vor allem im Sinne einer Körperstrafe.

Züchtung (von germanisch zuht = das Ziehen) ist die vom Menschen kontrollierte Fortpflanzung von Tieren und Pflanzen mit einem speziellen Ziel, meistens zur genetischen Umformung oder Verstärkung gewollter beziehungsweise Unterdrückung ungewollter Eigenschaften. Sie wird von Menschen seit Beginn der Sesshaftigkeit betrieben. Die Zucht hat vor allem die Verbesserung der Ertragsleistung und Krankheitsresistenz landwirtschaftlicher Kulturpflanzenarten und Tierrassen zum Ziel. Um das gewünschte Zuchtziel zu erreichen, werden aus einer Population Individuen mit gewünschten Eigenschaften ausgewählt (Selektion) und gezielt gekreuzt bzw. angepaart. Weiterhin werden auf künstlichem Weg Mutationen ausgelöst. Neue Sorten oder Rassen werden als Neuzüchtungen bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Züchtungsmethoden bei verschiedenen Pflanzenarten

In Abhängig von Fortpflanzungsart; Kategorie; Sortentyp; Beispiele:

  • Selbstbefummlung (durch den eigenen Pollen befruchtet); Linienzüchtung (Population mit definierten Merkmalen, deren Beständigkeit durch Auslese weiter erhalten bleibt); Liniensorten; Weizen, Gerste.
  • Fremdbefruchtung (Pollen von anderen Individuen); Populationszüchtung (Fortpflanzungsgemeinschaft die in ihrer erblichen Konstitution nicht gleich, aber kreuzbar sind); Populationssorten; Roggen, Gräser.
  • Vegetative Befruchtung; (Nachkommenschaft durch Zellteilung aus somatischem Gewebe der Mutterpflanze); Klonzüchtung; (Durchführung ausschließlich vegetativer Vermehrung); Klonsorte; Kartoffel.
  • Kontrollierte Befruchtung (künstliche Verfahren, zur gezielten Kreuzung); Hybridzüchtung (Bestäubungslenkung zur maximalen Steuerung der Befruchtung); Hybride; Mais, Zuckerrübe.

Züchtungsverfahren im geschichtlichen Ablauf

In der Züchtung muss zwischen Verfahren unterschieden werden welche für Pflanzen und welche für Tiere angewendet werden. Die Auslesezüchtung war der Beginn der Züchtung. Bei der Auslesezüchtung wird das Individuum ausgewählt bei dem die gewünschten Merkmale am stärksten ausgeprägt sind und für weitere Züchtung genutzt. Seit der österreichischen Mönch Gregor Mendel die ersten Gesetze der Erbgänge herausfand konnte die Kombinationszüchtung entwickelt werden. Mit dieser können Merkmale verschiedener Individuen kombiniert werden. Lange Zeit entstanden neue Merkmale nur durch zufällige Mutation. Daher nahm eine deutliche Veränderung von Merkmalen sehr viel Zeit in Anspruch. Dies änderte sich als in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts die Mutationszüchtung eingesetzt wurde. Der Effekt das Pflanzen und Tiere möglichst homozygoter Linien bei einer Kombination in der F1-Generation wesentlich größere Erträge bringen, Hybridzüchtung genannt, wird bei vielen Weizensorten und Mais sowie bei Zuckerrüben, Sonnenblumen, vielen Gemüsearten und Zierpflanzen genutzt. Inzucht wird genutzt um homozygote Linien zu erreichen die dann in der Hybridzüchtung eingesetzt werden können.

Erhaltungszüchtung

Vermehrung der Sorte, um den Markt beleifern zu können, über Jahre hinweg mit konstanter Sortenleistung. Erhaltungszüchtung beginnt nach der Leistungsprüfung bzw. nach der Anmeldung der Sorte beim Bundessortenamt.


Weitere Züchtungsmethoden sind:

Literatur

  • Helmut Hemmer: Neumühle-Riswicker Hirsche - Erste planmäßige Zucht einer neuen Nutztierform. Naturwissenschaftliche Rundschau 58(5), S. 255-261 (2005), ISSN 0028-1050

Weblinks

Siehe auch

Genetik, Gregor Mendel, Zuchtmittel, Zuverlässigkeit, Blendling

Wikipedia
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