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Yosemite-Nationalpark

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Yosemite Valley
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Yosemite-Nationalpark
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Yosemite-Nationalpark, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Lage:</td><td valign="top">Kalifornien, USA</td></tr><tr><td valign="top" style="text-align:left">Nächste Stadt:</td><td valign="top">Mariposa</td></tr><tr><td style="text-align:left">Fläche:</td><td>3.081 km²</td></tr><tr><td style="text-align:left">Gründung:</td><td>1. Oktober 1890</td></tr><tr><td style="text-align:left">Besucher:</td><td>3.280.911 (2004)</td></tr><tr><td style="text-align:left" valign="top">Adresse:</td><td valign="top">Yosemite National Park
P.O. Box 577
Yosemite National Park, CA 95389
Tel. (209) 372-0200</td></tr><tr><td colspan="2" style="margin:5px 0px 5px 0px;">
Detaillierte Karte
Detaillierte Karte</td></tr><tr><td colspan="2" style="margin:5px 0px 5px 0px;">Der Half Dome</td></tr>
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Der Yosemite-Nationalpark (ausgesprochen „Yo-SEM-i-ti“, [joʊˈsɛməti]) ist ein Nationalpark in den USA. Er liegt in Zentral-Kalifornien, etwa 300 Kilometer östlich von San Francisco. Flächenmäßig erstreckt er sich über 3081 Quadratkilometer entlang der westlichen Hänge der Sierra Nevada. Jährlich zieht der Yosemite-Nationalpark drei Millionen Besucher an, von denen ein Großteil lediglich den zentralen Teil des Parks, das Yosemite Valley, besichtigt. Im Jahr 1984 wurde der Park zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt, da seine beeindruckenden Felsen aus Granit, seine Wasserfälle und klaren Bäche, die Haine von Mammutbäumen und seine Artenvielfalt weltweit bekannt sind. Das Gebiet des heutigen Parks war zudem das erste, das von der Bundesregierung der Vereinigten Staaten offiziell als Park eingeplant war.

Der Park stellt einen der größten und am wenigsten fragmentierten Lebensräume der Sierra Nevada dar, der eine Fülle von Pflanzen und Tieren beheimatet. Er liegt in einer Höhe von 600 bis über 4000 Metern ü. NN., in ihm befinden sich höhenbedingt fünf verschiedene Ökosysteme. Von den 7000 in Kalifornien beheimateten Pflanzenarten sind etwa 50 Prozent in der Sierra Nevada zu finden, wobei mehr als 20 Prozent innerhalb der Parkfläche angesiedelt sind. Für mehr als 160 seltene Pflanzenarten bietet der Park den passenden Lebensraum, mit wenig lokaler geologischer Formation und einzigartigen Böden, die bezeichnend sind für die eingeschränkten räumlichen Verhältnisse, denen sich diese Pflanzen anpassen müssen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Yosemite-Nationalpark liegt im zentralen Hochgebirge Sierra Nevada in Kalifornien. Um von San Francisco aus dorthin zu gelangen, muss man vier Stunden Fahrt einkalkulieren, von Los Angeles aus dauert die Anfahrt ca. sechs Stunden. Der Park ist von Wilderness Areas umgeben, der Ansel Adams Wilderness im Südwesten, der Hoover Wilderness im Nordosten und der Emigrant Wilderness im Norden. 94 Prozent der Parkfläche (das Backcountry ohne das Yosemite Valley und das unmittelbare Umfeld der Straßen) sind seit 1984 als Yosemite Wilderness ausgewiesen. Der 3.081 Quadratkilometer umfassende Park besitzt viele Seen und Teiche, 2.600 Kilometer Fluss-, 1.300 Kilometer Wanderweg und 560 Kilometer Straße. Zwei angelegte und landschaftlich schöne Flüsse, der Merced und Tuolumne, entspringen an den Parkgrenzen und fließen westwärts in das California Central Valley.

Geologie

Die Geologie des Yosemite-Nationalparks zeichnet sich durch Granitsteine und Überreste älteren Gesteins aus. Vor über zehn Millionen Jahren wurde die Sierra Nevada in die Höhe gedrückt. Sie neigte sich schließlich und bildete die weniger steil abfallenden Westabhänge und die steil abfallenden Ostabhänge. Durch die Anhebung bildeten sich aus den Strömen und Flussbetten tiefe, enge Canyons. Während der Eiszeiten entstanden in den höheren Lagen Gletscher, die sich bis in die Flusstäler erstreckten. Die Eisschicht im Yosemite Valley während der Eiszeiten wird auf eine Mächtigkeit von bis zu 1200 Meter geschätzt. Die Bewegung der Eismassen höhlte das Tal zu einem U-förmigen Trogtal aus.

Tektonische und vulkanische Aktivität

Geologische Karte des Yosemite-Nationalparks
Geologische Karte des Yosemite-Nationalparks

Während des Kambriums und des frühen Paläozoikums erstreckte sich der Park entlang des passiven Kontinentalrandes. Sedimente waren kontinentalen Ursprungs und wurden ins Flachwasser abgetragen. Im Zuge einer Metamorphose unterlagen diese abgetragene Gesteine großen Veränderungen.

Die durch das Abtauchen der Farallon-Platte unter der Nordamerikanische Platte entstandene Hitze führte während des späten Devon und jüngeren Perm zur Entstehung von Inselbogen-Vulkanen an der westlichen Küste Nordamerikas. Durch Vulkanismus im Jura, wurden diese Gesteine wahrscheinlich mit Magma bedeckt, wobei die magmatische Aktivität mit den Anfangsphasen der Entstehung des Sierra Nevada Batholiths zusammenhing. Etwa 95 Prozent dieser Gesteine wurden schließlich durch Erosionen abgetragen.

Die erste Phase des Plutonismus begann vor 210 Millionen Jahren in der späten Trias und dauerte bis vor 150 Millionen Jahren an. Etwa zur gleichen Zeit entstand die Nevada-Gebirgskette mit einer Höhe von 4500 Metern. Auch dies trug zur Entstehung des Sierra Nevada Batholiths bei, die daraus resultierenden Gesteine ähnelten Granitgesteinen und lagen etwa zehn Kilometer unter der Erdoberfläche. Die zweitgrößte Phase der Plutoneinlagerung fand während der Kreidezeit vor rund 120—80 Millionen Jahren statt. Vor 20 Millionen Jahren, im Känozoikum, brachen Vulkane einer heute inaktiven Verlängerung der Kaskadenkette aus, dieser Prozess dauerte bis vor etwa fünf Millionen Jahren an. Dadurch wurden große Mengen magmatischer Materialien hervorgebracht. Diese magmatischen Rückstände bedeckten die Gegend nördlich der Yosemite-Region. Östlich der heutigen Parkgrenzen, in den Gebieten des Mono Lake und Long Valley, dauerte die Vulkanaktivität immer noch an (Mono-Inyo Craters und Long Valley Caldera).

Anhebung und Erosion

Vor etwa 10 Millionen Jahren wurde durch vertikale Bewegungen entlang der Sierraverwerfung die Sierra Nevada angehoben. Spätere Abtragung des Sierra-Blocks und die Anhebung der Sierra Nevada erhöhten den Neigungsgrad der westlich verlaufenden Strömungen. Daraufhin flossen diese schneller und verkürzten somit die Täler (am auffälligsten ist dabei das Yosemite Valley). Weitere Anhebungen erfolgten, als sich große Verwerfungen in Richtung Osten ausbreiteten, besonders bei der Entstehung des Owens Valley. Ausgehend vom Basin and Range wurden diese Kräfte ausgedehnt. Während des Pleistozän vor etwa zwei Millionen Jahren wurde die Sierra nochmals angehoben.

Diese Anhebungen und Erosion setzten in der Gegend Granitgestein bis zur Erdoberfläche frei, wodurch Abblätterungen (verantwortlich für die runde Form von vielen Kuppeln) und Verfallserscheinungen entlang der zahlreichen durchbrochenen Ebenen (Bruchstellen, besonders vertikale) in die heutigen erstarrten Plutons übergingen. Im Pleistozän entstandene Gletscher beschleunigten diesen Vorgang noch und die größeren Gletscher transportierten den entstandenen Gesteinsschutt und das Gesteinsmaterial aus dem Yosemite Valley.

Zahlreiche vertikale Ebenen waren dafür verantwortlich, ob und mit welcher Geschwindigkeit es zu Erosionen kam. Die meisten dieser langen, in geraden Linien verlaufenden und sehr tiefen Bruchstellen richteten sich nordöstlich oder nordwestlich aus und formten parallele Sets in gleichmäßigen Abständen. Sie entstanden durch den Druck der Anhebungen und durch Abfallen des Deckgebirges aufgrund von Erosionen.

Gletscherbildung

Im Vordergrund der Mono Lake; im Hintergrund Mount Dana
Im Vordergrund der Mono Lake; im Hintergrund Mount Dana

Vergletscherungen veränderten und prägten die Region vor etwa zwei bis drei Millionen Jahren und endeten vor etwa 10.000 Jahren. Mindestens vier große Vergletscherungen ereigneten sich in der Sierra Nevada, die vor Ort unter den Namen Sherwin (auch pre-Tahoe genannt), Tahoe, Tenaya und Tioga bekannt sind. Die Sherwin-Gletscher gehörten zu den größten Gletschern, die sich zu diesem Zeitpunkt im Yosemite Valley befanden, während spätere Stufen weit kleinere Gletscher hervorbrachten. Sherwingletscher waren für die Aushöhlungen und Gestaltungen des Yosemite Valleys und anderen Canyons verantwortlich.

Die Gletscherformationen erreichten eine Tiefe von bis zu 1200 Metern und hinterließen ihre Spuren im Yosemite-Nationalpark. Der längste Gletscher im Park erstreckte sich über 95 Kilometer bis zum Canyon des Tuolumne River und vorbei an Hetch Hetchy Valley. Der Merced Gletscher trat aus dem Yosemite Valley aus und mündete im Merced River Gorge. Der Lee Vining Gletscher höhlte den Lee Vining Canyon aus und endete im Lake Russel (heute Mono Lake). Nur die höchsten Bergspitzen, wie die des Mount Dana und Mount Conness, wurden nicht von Gletschern bedeckt. Sich zurückbewegende Gletscher hinterließen oft Schuttablagerungen, die Seen wie den 8,9 km langen Lake Yosemite aufstauten. Der Lake Yosemite ist ein flacher See, der periodisch große Teile des Bodens des Yosemite Valley bedeckte.

Gesteinsarten und Erosion

Fast alle Landschaftsformen im Gebiet des Parks stammen vom Granitstein des Sierra Nevada Batholith. Mit dem Begriff Batholith bezeichnet man eine große Menge magmatisches Gestein, dass sich tief unter der Erdoberfläche gebildet hat. Etwa fünf Prozent des Parks, hauptsächlich an seinem östlichen Rand nahe des Mount Dana gelegen, besteht aus durch Metamorphose verändertem vulkanischen und sedimentären Gestein. Erosionen, die auf verschiedene Arten auf die durch Anhebung entstandenen Verwerfungen einwirken, gelten als Auslöser für die Entstehung von Tälern, Canyons, Kuppeln und anderen Formen, die das heutige Landschaftsbild prägen. Diese Verwerfungen sind, anders als die beweglichen Verschiebungen, fest und unterliegen keiner Art von Bewegung. Die Zwischenräume, die sich oft bei Verwerfungen finden, sind auf das Siliziumdioxid in den Granit- und granitähnlichen Felsen zurückzuführen. Je höher der Gehalt an Siliziumdioxid im Gestein ist, desto größer sind die Abstände zwischen den Verwerfungen, und desto widerstandsfähiger ist das Gestein. Säulen- und pfeilerartige Berge wie der Washington Column und der Lost Arrow kommen durch Querfugen zustande. Durch Erosionen, die auf große Verwerfungen einwirken, entstehen Täler und später Canyons. Die stärkste Abtragung innerhalb der letzten Millionen Jahre kam durch große alpine Gletscher zustande, welche die zu Beginn V-förmigen, durch Wasser gegrabene Täler zu U-förmigen, durch Gletscher gegrabene Canyons werden ließen. Beispiele für diese Entwicklung sind im Yosemite Valley und Hetch Valley zu finden. Aufgrund der Verwitterung des Granitgesteins durch die Tendenz von Kristall, sich in plutonischem Gestein an der Oberfläche auszudehnen, entstehen Kuppeln wie der Half Dome und der North Dome. Außerdem können gewölbte Bögen entstehen, wie zum Beispiel bei den Royal Arches.

Entscheidende Charakteristika

Der Vernalfall
Der Vernalfall
Bridalveil Fall
Bridalveil Fall

Das Kernstück Yosemite Valley macht lediglich ein Prozent der Gesamtfläche des Parks aus, aber genau dorthin zieht es die meisten Besucher. El Capitan ist ein hoher Granitfelsen, der sich über dem Tal auftürmt. Der Berg stellt eines der beliebtesten Ziele für Bergsteiger dar, da ihn seine verschiedenen Schwierigkeitsgrade auf zahlreichen Kletterpfaden für Anfänger und Fortgeschrittene attraktiv machen. Außerdem kann der Berg zu jeder Jahreszeit bestiegen werden. Eindrucksvolle Granitkuppeln wie der Sentinel Dome und der Half Dome erheben sich in 900 und 1450 Metern Höhe über dem Tal. Das Hochland des Parks weist viele landschaftlich schöne Gegenden auf, wie die Wiesenlandschaften Tuolumne Meadows, Dana Meadows, die Gebirgsketten Clark Range und Cathedral Range sowie die Hügelkuppe Kuna Crest. Weitere Gebirgsketten und der Fernwanderweg Pacific Crest Trail erstrecken sich außerdem über den Yosemite-Nationalpark, mit Bergspitzen aus metamorphem Gestein, wie dem Mount Dana und Mount Gibbs, sowie Granitfelsen wie dem des Mount Conness. Der Mounty Lyell ist der höchste Berg im Park mit einer Höhe von 3994 Metern. Im Park befinden sich insgesamt drei Haine mit Riesenmammutbäumen (Sequoiadendron giganteum). Größter Hain ist der Mariposa Grove mit 200 Bäumen, vor dem Toulumne Grove mit 25 Bäumen und dem Merced Grove mit 20 Bäumen. Riesenmammutbäume gelten als die massivste Baumart der Welt und ebenso als eine der größten bei einer langen Lebensdauer. Die „Coast Redwoods“, die an der Küste Nordkaliforniens zu finden sind, stellen die größte und die „Great Basin Pine Trees“ in Ostkalifornien die älteste Baumart der Welt dar. Vor Beginn der letzten Eiszeit waren Riesenmammutbäume weit häufiger verbreitet.

Wasserfälle

Der Park ist dafür bekannt, dass in einem verhältnismäßig kleinen Gebiet eine große Anzahl Wasserfälle vorzufinden sind. Stellenweise treten bei Regen auch immer wieder Wasserfälle auf, die nur aufgrund des Wetters entstehen und auch wieder verschwinden. Die bekanntesten Wasserfälle sind in alphabetischer Reihenfolge:

Name Fallhöhe in Meter
Bridalveil Fall 189
Chilnualna Falls 210
Illilouette Fall 112
Lehamite Falls 359
Nevada Fall 181
Ribbon Falls 491
Royal Arch Cascade 381
Sentinel Fall 585
Silver Strand Falls 175
Snow Creek Falls 652
Staircase Falls 311
Tueeulala Falls 256
Vernal Fall 97
Wapama Falls 518
Waterwheel Falls 91
Wildcat Falls 192
Yosemite Falls 739


Wasser und Eis

Die Flüsse Tuolumne River und Merced River entspringen am Sierra Nevada-Kamm und fließen in Richtung Yosemite Valley, in welches sie 900 bis 1200 Meter tiefe Täler eingeschnitten haben. Der Tuolumne River fließt durch den gesamten Nordteil des Parks mit einem Einzugsgebiet von 1760 Quadratkilometern. Der Merced River hat seinen Ursprung im Süden des Parks in den Cathedral Ranges und Clark Ranges und hat ein Einzugsgebiet von 1320 Quadratkilometern. Hydrologische und glaziale Prozesse wie das Eiszeitalter, Hochwasser und durch Flüsse bedingte Prozesse haben entscheidend zur Bildung der Landschaftsgestalt des Parks beigetragen. Im Park befinden sich 3200 nätürliche Seen, zwei Stauseen und größere fließende Gewässer mit einer Gesamtlänge von über 2700 Kilometer. Feuchtgebiete gibt es innerhalb des Parks immer wieder in Randgebieten im Tal. Sie sind oft flussartig mit nahegelegenen Seen und Flüssen durch saisonal bedingtes Hochwasser verbunden. Bei den Wiesenlandschaften, die sich auf Höhen von 900 bis 3500 Metern befinden, handelt es sich generell um Feuchtgebiete, ebenso wie beim Auwald, der sich an den Ufern der zahlreichen Flüsse befindet.

An den vielen steil abfallenden Klippen, Vorsprüngen und Hangtälern im Park befinden sich viele Wasserfälle, besonders in den Monaten April, Mai und Juni während der Schneeschmelze. Die Yosemite Falls sind die höchsten Wasserfälle in ganz Nordamerika und gehören zu den höchsten der Welt, sind jedoch gegen Ende des Sommers oft völlig ausgetrocknet. Im Yosemite Valley befindet sich überdies auch der Wasserfall Ribbon Falls, dessen Fall 492 Meter in die Tiefe geht. Der wohl bekannteste Wasserfall ist der Bridalveil Fall. Weitere erwähnenswerte Wasserfälle sind die Wapama Falls im Hetch Hetchy Valley.

Alle im Park vorkommenden Gletscher sind relativ klein und befinden sich meist vollständig in schattigen Gegenden, wie die nach Norden und Nordosten zugewandten Kare. Der Lyell Glacier ist der größte Gletscher sowohl des Parks als auch der gesamten Sierra Nevada und erstreckt sich über eine Fläche von 65 Hektar. Keiner der Gletscher im Yosemite-Nationalpark ist ein Überrest der bedeutend größeren Gletscher aus der Eiszeit, welche die gesamte Landschaft in ihre heutige Form brachten. Die heutigen Gletscher bildeten sich während einer der neoglazialen Episoden, die seit Ende der Eiszeit aufgetreten sind (eine dieser Episoden ist die sog. Kleine Eiszeit). Die globale Erwärmung hat dazu geführt, dass die Gletscher weltweit kleiner und weniger werden. Viele Gletscher im Park sind verschwunden und anderen schrumpften um bis zu 75 Prozent ihrer Oberfläche. Davon betroffen ist auch der Merced Glacier, den John Muir 1871 entdeckte und der seine Theorie zur Gletscherbildung im Yosemite Tal stützte.

Klima

Im Yosemite-Nationalpark liegt im Bereich des subtropischen Winterregenklimas mit Hauptniederschlägen während des milden Winterwetters, wobei in den anderen Jahreszeiten wenig Regen fällt. Weniger als drei Prozent des jährlichen Niederschlages fällt während der langen und heißen Sommermonate. Durch die orografische Hebung der Luft beim Hinaufströmen auf das Gebirge erhöht sich der Niederschlag mit steigender Höhe bis auf 2400 Meter. Danach sinkt die Niederschlagsmenge bis zum Gipfel langsam wieder. Die durchschnittlichen Jahresniederschlagsmengen liegen zwischen 915 Millimetern auf 1200 Metern Höhe und 1200 Millimetern auf 2600 Metern Höhe. Der Schnee bleibt im Hochland für gewöhnlich nicht vor November liegen und sammelt sich dann bis März oder April an.

Mit steigender Höhe sinkt die Temperatur. Die Tiefstwerte fallen jedoch moderat aus, da der Park lediglich etwa 160 Kilometer vom Pazifischen Ozean entfernt liegt. Ein Hochdruckgebiet von der Küste Kaliforniens schiebt im Sommer kühle Luftmassen in Richtung Sierra Nevada, was sich in klarer und trockener Luft für den Yosemite-Nationalpark auswirkt. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen im Gebiet Tuolomne Meadows (2600 Meter Höhe) liegen bei -3,9 bis 11,5 °C über das Jahr hinweg. Am Südeingang bei Wawona auf einer Höhe von 1887 Metern liegen die Mittelwerte bei 2,2 °C und 19,4 °C. In den niedrigeren Höhen unterhalb von etwa 1500 Metern sind die Temperaturen im Schnitt höher. Im Yosemite Valley werden im Verlauf eines Jahres Tageshöchsttemperaturen von 7,8 bis 32,2 °C erreicht. In Höhen über circa 2500 Meter werden die Temperaturen an heißen und trockenen Sommertagen durch häufige Sommergewitter und Schnee, den es bis zum Juli geben kann, gemäßigt. Eine gefährliche Mischung aus verdörrter Vegetation, niedriger Luftfeuchtigkeit und Gewittern führt häufig zu durch Blitzeinschlag verursachten Bränden.

Klimadiagramm vom Yosemite Valley auf 1220 m Höhe
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Temp. (min) °C -3 -2 0 2 5 9 12 11 8 4 0 -3 3,8
Temp. (max) °C 9 13 15 18 23 28 32 32 30 23 14 9 20,5
Niederschlagsmenge(mm) 157 155 132 76 33 18 10 8 23 53 140 142 947
Quelle : « Temperatures & Precipitation », offizielle Seite des Yosemite-Nationalpark
Bild:HalfDomePanorama.jpg
Blick vom Glacier Point auf den Half Dome

Geschichte

Die Ahwahnechee- und Mariposa-Kriege

Erste menschliche Besiedelung lässt sich vor rund 4000 Jahren nachweisen. Miwok und Paiute lebten in der Gegend, bevor die ersten weißen Siedler das Gebiet zu erkunden begannen. Die Ahwahnechee-Indianer lebten im Yosemite Valley, als die ersten Europäer dort eintrafen. Durch den kalifornischen Goldrausch in der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen mehr und mehr Weiße in die Gegend. Major James Savage führte für die United States Army 1851 ein Bataillon gegen 200 Ahwaneechees unter Chief Tenaya an. Das Resultat des sogenannten Mariposa-Krieges war, dass die ersten Weißen im Yosemite Valley Einzug hielten. Dr. Lafayette Bunnell war als Arzt Teil der Einheit unter Savage und berichtete später über seine ergreifenden Eindrücke in dem Buch The Discovery of Yosemite. Bunnell gab der Gegend den Namen Yosemite, da er davon ausging, dies sei der Name des Indianerstammes, gegen den gekämpft wurde. Von den Mitgliedern des Battalion geschriebene Artikel und deren Briefverkehr trugen zur steigenden Beliebtheit des Yosemite Valley und seinen umliegenden Gebieten in Kreisen der Weißen bei. Tenaya und der Rest der Ahwahneechee wurden letztendlich gefangen genommen, ihr Dorf wurde verbrannt. Danach schob man sie in eine Indianerreservation nahe der kalifornischen Stadt Fresno ab. Einige von ihnen durften später in ihr Tal zurückkehren, doch sie bekamen dort Schwierigkeiten, als sie 1852 eine Gruppe von acht Bergarbeitern angriffen. Die Indianer flohen und suchten Schutz beim in der Nähe niedergelassenen Stamm der Mono. Doch nachdem die Ahwahneechee einige Pferde ihrer Gastgeber stahlen, wurde sie von den Mono getötet. In der nähe des Yosemite Valley Besucherzentrums findet sich heute der Nachbildung eines Ahwahneedorfes.

Erste Touristen

Der Unternehmer James Mason Hutchings, der Künstler Thomas Ayres und zwei weitere Personen wagten sich 1855 in die Gegend und wurden die allerersten Touristen des Yosemite Valley. Hutchings veröffentlichte Artikel und Bücher über diese und spätere Exkursionen. Die von Ayres angefertigten Zeichnungen waren die ersten naturgetreuen Skizzen vieler bekannter Wahrzeichen. Der Fotograf Charles Leander Weed nahm 1859 die ersten Bilder der Sehenswürdigkeiten des Tals auf. Zu den späteren Fotografen zählte auch der berühmte amerikanische Fotograf Ansel Adams. Wawona war ein Lager der Indianer im südwestlichen Teil des heutigen Parks. Dort entdeckte der Siedler Galen Clark 1857 den Mariposa Grove mit Mammutbäumen. Man baute daraufhin einfache Unterkünfte und Straßen in der Gegend. Im Jahr 1879 wurde das Wawona Hotel für Touristen eröffnet, die wegen des Mariposa Grove gekommen waren. Aufgrund des wachsenden Tourismus entstanden auch weitere Hotels und Wanderwege. Heute ist der Park Ziel zahlreicher regelmäßig wiederkehrender Reisegruppen, wie etwa den internationalen Studenten der San Francisco State University.

Der Yosemite Grant

Projekte, den Naturschutz im Yosemite Valley und seiner Umgebung zu fördern, wurden von mehreren berühmten Persönlichkeiten unterstützt, da diese befürchteten, das kommerzielle Interesse an der Gegend könne negative Auswirkungen haben. Der Gesetzesentwurf zur Errichtung eines Parks wurde vom Senat und vom Repräsentantenhaus erlassen und mit der Unterzeichnung durch Abraham Lincoln am 30.Juni 1864 besiegelt. Dadurch entstand der Yosemite Grant. Das Yosemite Valley und der Maripoa Grove wurden an Kalifornien in Form eines staatlichen Parks abgetreten und zwei Jahre später wurde ein dafür zuständiger Ausschuss ernannt. Der Yosemite Grant gilt als Meilenstein in der Geschichte der amerikanischen Nationalparks, da er der Gründung des Yellowstone-Nationalpark vorausgeht, dem offiziell ersten „Nationalpark“. Auf den Uniformen der Parkwächter sind Mammutbäume abgebildet, welche für die besondere Bedeutung des Mariposa Grove in der Entwicklung der ersten Nationalparks stehen. Galen Clark wurde von der zuständigen Kommission zum ersten Vormund des Parks bestimmt, jedoch hatten weder Clark noch seine Kommissionsmitglieder das Recht, die Anwohner auszuweisen, zu welchen auch der Unternehmer Hutchings zählte. Erst 1875 wurde das Problem gelöst, als die in der Region Ansässigen enteignet wurden. 1880 wurden Clark und die leitenden Kommissionsmitglieder entlasssen und durch Hutchings als neuen Parkwächter ersetzt.

In den frühen Jahren der Entstehung wurde den Touristen der Zugang zum Park erleichtert und es wurden bessere Bedingungen für die Gäste hergestellt. Nach dem Bau der ersten Eisenbahnlinien, die 1869 fertiggestellt wurden, verzeichnete der Tourismus einen erheblichen Aufschwung. Allerdings schreckte der lange Ritt, den man zurücklegen musste, um in den Park zu gelangen, viele ab. Ab 1870 wurden drei für Postkutschen befahrbare Straßen gebaut, um der wachsenden Besucherzahl gerecht zu werden. Der schottische Geologe John Muir war der erste, der durch das verfassen vieler Schriften die Gegend bekannt machte und bei einigen wissenschaftliches Interesse weckte. Muir fand als einer der ersten Geologen heraus, dass die Landschaft des Parks durch große alpine Gletscher entstand. Damit stellte er die Theorien von anerkannten Geologen wie Josiah Whitney in Frage, welcher Muir für einen Amateur hielt. Muir verfasste auch wissenschaftliche Schriften über die Biologie der Gegend.

Erhöhte Naturschutzmaßnahmen

Die Überweidung des Grünlandes vornehmlich durch Schafe, die Abholzung der Mammutbäume und andere Schädigungen der Natur veranlassten Muir dazu, sich für weitere Naturschutzmaßnahmen einzusetzen. Er überzeugte prominente Persönlichkeiten für die Signifikanz seiner Idee, die Gegend unter staatlichen Schutz zu stellen. Einer dieser Prominenten war Robert Underwood Johnson, der Herausgeber des Century Magazine. Durch Johnson konnte Muir beim Kongress durchsetzen, dass am 1. Oktober 1890 offiziell der Yosemite-Nationalpark gegründet wurde. Der Staat Kalifornien behielt jedoch die Leitung über Yosemite Valley und den Mariposa Grove. Muir gelang es, die Verantwortlichen vor Ort zu überzeugen, die Überweidung vom Hochland des Parkes nahezu zu unterbinden. Der neu ernannte Nationalpark wurde am 9. Mai 1891 zum Zuständigkeitsbereich der United States Army. Zum Ende der 1890er hin war die Überweidung durch Schafe kein Problempunkt mehr. Auch konnte das Militär viele weitere Erfolge verzeichnen, allerdings war die Kavallerie nicht in der Lage den sich verschlechternden Zustand des Valleys und Groves aufzuhalten.

Die Interessen Muirs und seiner Umweltschutzorganisation Sierra Club wurden weiterhin durch die Regierung und einzelne einflussreiche Persönlichkeiten vertreten. Muir forderte einen vereinheitlichen Yosemite-Nationalpark. Im Mai 1903 schlug der damalige Präsident Theodore Roosevelt demonstrativ drei Tage lang ein Lager zusammen mit Muir nahe der Klippe Glacier Point auf. Bei dieser Gelegenheit konnte Muir Roosevelt davon überzeugen, die Verwaltung des Parks dem Staate Kalifornien zu entziehen und diese der Bundesregierung zu überlassen. Im Jahre 1906 wurde dies in einem Gesetz verabschiedet.

Jüngere Geschichte

Bild:Hetch Hetchy Reservoir.jpg
Das Hetch Hetchy Reservoir

Der National Park Service (NPS) wurde 1916 gegründet, um die Verwaltung des Parks zu übernehmen. Hotels, Campingplätze und Straßen wie die Tioga Pass Road wurden im selben Jahr erbaut. Der Park wurde immer zahlreicher von Besuchern mit Automobilen besucht, worauf Schnellstraßen gebraucht wurden, die bei jedem Wetter befahrbar sein mussten. In den frühen zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts konnte dank des Einsatzes von Ansel Frank Hall das Yosemite Museum gegründet werden. 1903 wurde der Vorschlag gemacht, dass im Hetch Hetchy Valley, das im Norden des Yosemite Valley gelegen ist, ein Damm gebaut werden soll, der bei Überschwemmungen als Wasserspeicher eingesetzt würde und zugleich bei der Erzeugung von Wasserkraft für das weit entfernte San Francisco dienen solle. Aus dieser Thematik entstanden bundesweite Debatten, wodurch der an der Erhaltung der Umwelt interessierte Muir und der Sierra Club mit Konservativen wie Gifford Pinchot aneinandergerieten. Der Kongress genehmigte 1913 schließlich den Bau des „O’Shaughnessy-Dammes“, was lediglich durch die Zuhilfenahme eines besonderen Gesetzes, dem Raker Act, ermöglicht wurde.

Bis heute konnten Umweltschützer den Kongress dazu überzeugen 2742 Quadratkilometer Fläche, etwa 89 Prozent der Gesamtfläche des Parks, als besonders weitgehend geschütztes Wilderness Area (Wildnisschutzgebiet) auszuweisen. Auch beim NPS will man künftig verhindern, dass der Park durch die Touristen geschädigt wird wie beim Firefall, als noch traditionsgemäß glühende Asche nachts von der Klippe des Glacier Point geworfen wurde. Zunehmende Staubildung auf den Straßen des Parks sind ein weiterer Problempunkt. Vorschläge, wonach man allen Fahrzeugen, die nicht den Besuchern eines der Hotels oder der Campingplätze gehören, die Einfahrt verbieten könnte, werden derzeit geprüft. Dadurch wären allerdings all die Gäste, die im Sommer spontan einen Tagesausflug in den Park machen, gezwungen, mit einem Shuttlebus, dem Fahrrad oder zu Fuß die 11 Kilometer lange Strecke zurückzulegen.

Biologie

Lebensräume

Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum)
Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum)

In Lebensräumen wie den Dickichtgefilden bis hin zu Flächen in den Hochgebirgsgebieten, leben im Yosemite National Park über 250 Arten Wirbeltiere, darunter Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Diese Artenvielfalt ist auch den intakten Lebensräumen im Yosemite Park zu verdanken, da die Lebensräume außerhalb des Parks durch die Menschen teilweise verwahrlost sind, oder sogar zerstört wurden.

Entlang der westlichen Begrenzung des Parks werden die Lebensräume von Nadelwald-Landschaften geprägt. Dort befinden sich zum Beispiel die Gelbkiefer, die Zuckerkiefer, aber auch Weihrauchzedern, Kolorado-Tannen und Douglasien, sowie einige Riesenmammutbäume zusammen mit Färbereichen und der Eichenart Canyon Live Oak. Diese Lebensräume sind besonders für eine recht große Vielfalt an Wildtieren wichtig, da sie ein relativ mildes Klima und eine gute Zusammensetzung aus Lebensräumen und verschiedene Pflanzenarten bieten. Wildtiere, die in diesen Lebensräumen leben, sind der amerikanische Schwarzbär, der Rotluchs, der Graufuchs, der Maultierhirsch, die (Berg) Königsnattern, die Skinke (Glattechse), besondere Spechtarten, der Andenbaumläufer, der Fleckenkauz und mehrere Arten von Fledermäusen. Die Fledermäuse benötigen als Schlafplatz große Baumstumpfe.

In den höher gelegenen Regionen findet man in den Nadelwäldern reinere Arten der Pracht-Tanne, der Westlichen Weymouths-Kiefer, der Jeffrey-Kiefer, der Küstenkiefer und gelegentlich auch der Fuchsschwanz-Kiefer. In diesen Lebensräumen leben weniger Wildtiere, aufgrund der Erhöhung und der niedrigeren Verflechtung. Dort lebende Tierarten sind zum Beispiel der Goldmantel-Ziesel, das Douglas-Hörnchen, Marder, der Diademhäher, die Einsiedlerdrossel und der Habicht. Reptilien treten dort nicht sehr häufig auf, dennoch findet man Boas, die Westliche Zauneidechse und die Nördliche Krokodilschleiche.

Je höher die Landschaft gelegen ist, desto kleiner und karger werden die Bäume und die Flächen sind teilweise von Granit unterbrochen. Unter der dortigen Vegetation finden sich die Küstenkiefer, die Weißstämmige Kiefer, die Berg-Hemlocktanne. In den höchsten Lagen, die sich oberhalb der Baumgrenze befinden, findet man vorwiegend große karge Granitflächen. Das Klima in diesen Lebensräumen ist eher rau und die Vegetationszeit recht kurz, aber Arten wie die Pfeifhasen, das Gelbbauchmurmeltier, der Präriehase, der Kiefernhäher und Finken sind an diese Bedingungen gewöhnt. Das Dickhornschaf bevorzugt die baumlosen alpinen Lebensräume. Diese Spezies kommt im Yosemite Park nur in der Gegend um den Tioga-Pass vor, in der eine kleine, wieder eingegliederte Population existiert.

Trotz mehreren unterschiedlichen Erhöhungen dienen Wiesen als wichtiger Lebensraum für Wildtiere. Die Tiere ernähren sich von Gras und den fließenden Gewässern und Seen. Allerdings sind auch Raubtiere in diesen Gebieten recht häufig. In der Übergangsfläche von Wiese zu Wald leben ebenfalls viele Tiere. Die nahe liegenden Flächen, dienen zum Einen der Futtersuche und zum Anderen bieten sie Schutzmöglichkeit. Tierarten, die von diesen grünen Lebensräumen abhängig sind, sind unter anderen der Bartkauz, der Weidenschnäppertyrann, Kröten und das Biberhörnchen.

Naturschutz

Trotz der vielen Lebensräume im Yosemite-Nationalpark sind während historischer Zeit drei Tierarten im Park gänzlich ausgestorben, weitere 37 Arten stehen unter besonderem Schutz der kalifornischen Gesetzgebung für bedrohte Tierarten. Die größten Bedrohungen für das Tierreich des Parks stellen unter anderem sogenannte Neobiota, Luftverschmutzung, Zersplitterung der Lebensräume und Klimaveränderung dar. Außerdem haben auch Faktoren wie durch Unfälle resultierendes Tiersterben und Probleme aufgrund der Tierfütterung durch die Touristen die Population der Wildtiere angegriffen.

Die amerikanischen Schwarzbären waren einst dafür bekannt, dass sie in parkende Autos einbrachen, um Essen herauszuholen. Jahrelang waren sie auch an der Müllkippe des Parks eine oft gesichtete Attraktion. Sie versammelten sich dort, um die Müllreste der Besucher zu essen und die Touristen nahmen diese Gelegenheit wahr, um die Bären dabei zu fotografieren. Zunehmende Begegnungen zwischen den Bären und den Menschen, sowie zunehmende Sachbeschädigungen führten zu einer Maßnahme, welche die Bären davon abhalten sollte sich von den Touristen füttern zu lassen. Die Begegnungen mit den Menschen, sowie die Beschädigung deren Eigentums sollte so unterbunden werden. Die unüberdachten Müllkippen wurden geschlossen, alle Abfallbehälter wurden durch für Bären nicht erreichbare Abfallbehälter ersetzt. Alle Campingplätze wurden zudem mit Schließfächern speziell für die Unterbringung von Nahrungsmitteln ausgestattet, sodass die Touristen ihre Nahrung nicht im Auto lassen müssen, da Bären sich gerne in den Autos der Touristen bedienten. Da Bären, die sich Menschen gegenüber aggressiv verhalten normalerweise eingeschläfert werden müssten, hat sich das Parkpersonal innovative Möglichkeiten einfallen lassen, damit die Bären die Besucher und deren Eigentum mit unangenehmen Erfahrungen assoziieren, wie zum Beispiel mit Gummigeschossen angeschossen zu werden. Heutzutage werden pro Jahr etwa 30 Bären gefangen und mit einem Ohrenklipp versehen. Außerdem wird ihnen eine Probe ihrer DNA entnommen, sodass Bären, die Sachschäden anrichten, bestimmt werden können.

Die Sonnenwend-Flockenblume
Die Sonnenwend-Flockenblume
Echtes Johanniskraut
Echtes Johanniskraut

Die zunehmende Ozonverschmutzung zerstört das Gewebe der massiven Riesenmammutbäume des Parks. Das Ozon macht die Bäume anfälliger für Insektenbefall und Krankheiten. Da die Zapfen dieser Bäume auf mit Feuer in Kontakt geratenen Boden angewiesen sind um zu keimen, verhinderten Feuerbekämpfungsmaßnahmen diesen Keimvorgang. Die Methode, absichtlich und kontrolliert Feuer zu legen, wird der Keimung hoffentlich zugute kommen.

Der Yosemite-Nationalpark verfügt über mehr als 130 dokumentierte, nicht einheimische Pflanzenarten. Diese nicht einheimischen Pflanzen kamen erstmalig durch die Migration der europäisch-amerikanischen Siedler um 1850 in den Nationalpark. Natürliche und durch Menschenhand hervorgerufene Störungen, wie zum Beispiel Feuer und Bautätigkeiten, trugen dazu bei, dass sich diese Pflanzenarten schnell verbreiteten. Etliche dieser Arten befielen und verdrängten die heimischen Pflanzengesellschaften, was sich auch auf die Parkressourcen auswirkte. Nicht einheimische Pflanzen können bedeutende Veränderungen im Naturhaushalt des Parks hervorrufen, indem sie die heimischen Pflanzen und die Prozesse, auf welche die Pflanzen angewiesen sind, verändern. Durch einige dieser nicht einheimischen Pflanzen steigt die Brandgefahr in bestimmten Gebieten. Weiterhin könnte der Stickstoffgehalt im Boden durch gewisse Pflanzen zunehmen, wodurch weiteren Pflanzen derselben Art das Wachstum ermöglicht würde. Unter diesen nicht einheimischen Pflanzen gibt es viele, wie zum Beispiel die Sonnenwend-Flockenblume, die über Pfahlwurzeln verfügen, welche es ihnen ermöglichen, heimische Pflanzen im Kampf um Wasser auszustechen.

Die Gewöhnliche Kratzdistel, die Kleinblütige Königskerze und das Echtes Johanniskraut gelten seit den vierziger Jahren als giftige Pflanzenschädlinge im Park. Weitere Arten, die erst kürzlich als gefährlich eingestuft wurden und kontrolliert werden müssen, sind die Sonnenwend-Flockenblume, der Steinklee, die schlitzblättrige Brombeeren und das Immergrün. Um dieses Problem zu bekämpfen, werden diese Pflanzen entweder von Hand oder durch Brandrodung entfernt.

Tourismus

Jährlich besuchen etwa 3,5 Millionen Besucher den Park. Die meisten von Ihnen halten sich in dem 18 km² großen Yosemite Valley auf.

Das Valley ist das ganze Jahr über geöffnet, aber viele Gebiete des restlichen Parks sind aufgrund von Schneefall ab dem Spätherbst geschlossen und öffnen erst im Frühling wieder. Wandertouren durch das Yosemite Valley und entlang der Riesenmammutbäume, aber auch Spaziergänge oder längere Wanderungen zu den Wasserfällen des Yosemite Valleys werden von den Touristen gerne unternommen. Andere fahren mit dem Auto oder einem Tourbus zum Glacier Point, um eine spektakuläre Sicht auf das Yosemite Valley und das Hochland zu bekommen. Viele Besucher fahren auch die Tioga Road (California State Route 120) entlang zu den Tuolumne Meadows, um von dort aus einen Spaziergang zu unternehmen.

Die meisten Besucher bleiben nur für einen Tag und besichtigen die Plätze innerhalb des Yosemite Valley, welche mit dem Auto einfach zu erreichen sind. Es muss allerdings eine Gebühr von 20 US-Dollar(Stand: 2006) gezahlt werden um mit dem Auto in den Park zu fahren. Dennoch ist der Verkehrsstau während der Hauptsaison im Sommer ein ernstzunehmendes Problem. Im Yosemite Valley befördert ein kostenloser Shuttle Bus die Besucher das ganze Jahr hindurch. Die Park Ranger ermutigen die Besucher diesen zu nutzen, da Parkmöglichkeiten im Valley vor allem im Sommer schwer zu finden sind. Der Großteil des Parks besteht allerdings aus geschützter Wildnis ohne Straßen, in der keine motorisierten Fahrzeuge gestattet sind und in der man eine Erlaubnis für Übernachtungen braucht (viele Einschränkungen kommen hier zum Tragen, für genauere Informationen stehen die Park Ranger zur Verfügung).

Neben der Natur kann sich der Parkbesucher auch über Hintergrundinformationen zur Geschichte des Parks und dessen Flora und Fauna in diversen Einrichtungen informieren. Dazu gehören das Yosemite Valley Besucherzentrum, das daran angeschlossene Yosemite Museum und das Naturzentrum bei Happy Isles. Dort befinden sich auch zwei National Historic Landmarks: die LeConte Memorial Lodge (Yosemites erstes öffentliche Besucherzentrum) und das bekannte Ahwahnee Hotel.

Wandern

Die Wanderwege des Yosemite-Nationalparks bieten mit einer Gesamtlänge von über 1300 Kilometern für alle Besucher die passende Route: gemütliche Spaziergänge, anspruchsvolle Bergtouren oder aber auch mehrtägige Wanderungen können unternommen werden.

Für den Tagesbesucher lässt sich der Park in mehrere Bereiche unterteilen: das Yosemite Valley, Wawona/Mariposa Grove/Glacier Point, Tuolumne Meadows, das Hetch Hetchy Valley, sowie die Campingplätze Crane Flat und White Wolf. Beschreibungen der vorhandenen Wanderwege sind in einer Vielzahl von Büchern festgehalten, diese und auch weiter kostenlose Infomaterialien sind im Park Service (Institution zur Erhaltung des natürlichen Zustandes und zur Förderung des Tourismus) erhältlich. Auch im Internet findet sich eine Menge an Informationen über Wanderrouten im Yosemite-Nationalpark.

Die meisten Mitarbeiter des Yosemite-Nationalparks regen die Besucher dazu an, auch andere Gebiete außerhalb des Yosemite Valley zu erkunden.

Klettern

Kletterer beim Ostaufstieg zum Half Dome
Kletterer beim Ostaufstieg zum Half Dome

Der Klettersport hat im Yosemite-Nationalpark große Bedeutung. Es heißt, dass Camp 4 - ein Walk-in-Campingplatz (d. h. ohne Reservierungsmöglichkeit) im Yosemite Valley - einer der wichtigsten Orte für die Geschichte des Klettersports ist. Er wurde bereits in das National Register of Historic Places aufgenommen.

In den schneefreien Monaten können Kletterer sowohl an niedrigen Bouldern als auch in den atemberaubenden Höhen von bis zu einem Kilometer an der Felswand des El Capitan beobachtet werden.

Im Yosemite-Nationalpark werden etliche Bergsteigerkurse angeboten.

Angebote im Sommer

Rucksacktouren

Zwischen Frühling und Herbst bietet der Park Rucksack-Tagestouren an. Alle Übernachtungstouren innerhalb des Parkes setzen eine Erlaubnis voraus, sowie eine Genehmigung für das Mitführen von Nahrungsmitteln. Weitere Informationen sind im Park erhältlich.

Fahrradtouren

Im Yosemite Valley erstrecken sich Fahrradwege von über 24 Kilometern. Aufgrund der Parkvorschriften ist das Fahrradfahren nur auf gepflasterten Strecken erlaubt. Das Radfahren fernab der angelegten Wege ist nicht erlaubt.

Schwimmen/Rafting

Im Sommer ist der Merced River meist warm genug und verfügt über die nötige Wassertiefe, um auf mehreren Abschnitten Wildwasser-Rafting zu betreiben. Beheizte Pools stehen ebenfalls zur Verfügung.

Reiten

Die Ställe sind im Sommer geöffnet. Unter der Führung eines Parkmitarbeiters kann man Touren unternehmen (meist auf einem Maultier). Öffentliche Ställe findet man im Yosemite Valley, Wawona and Tuolumne Meadows. Viele Betriebe außerhalb des Yosemite-Nationalpark kommen auf dem Pferd in den Park. Pferde sind in den meisten Gebieten des Hinterlandes erlaubt, dennoch sollte man deren Mitnahme vorher beim Büro für Wildnis anmelden.

Angebote im Winter

Der Großteil des Parks wird im Winter aufgrund von heftigen Schneefällen geschlossen, aber das Yosemite Valley ist das ganze Jahr über geöffnet.

Skifahren

Das älteste Skigebiet in Kalifornien, die Badger Pass Ski Area, öffnet im Winter. Skifahren ist zwar nicht mit dem am Lake Tahoe oder dem Colorado Resort zu vergleichen, aber dennoch ist es etwas ganz Besonderes. Es gibt mehrere Abfahrten und sogar eine Skischule. Große Teile des Parks sind für Skilanglauf geeignet und viele Skihütten im Hinterland bieten Möglichkeiten für einen Zwischenstopp. Für Ausflüge ins Hinterland inklusive Übernachtung sind Genehmigungen erforderlich.

Schneeschuhwandern

Mit den Schneeschuhen kann man bestimmte Teile des Yosemite-Nationalpark entdecken. Der Park, aber auch andere Organisationen, bietet Spaziergänge unter der Führung von erfahrenen Mitarbeitern an.

Schlittschuhlaufen

Die Schlittschuhbahn des Curry Village ist zwischen November und März geöffnet. Obwohl die Bahn früher einmal größer war, bietet sie dennoch genug Raum für erfahrene Läufer als auch Anfänger. Die Bahn ist je für zwei bis drei Stunden befahrbar, zwischendurch wird das Eis gesäubert.

Bracebridge Dinner

Seit 1927 findet im Ahwahnee-Hotel die alljährliche Weihnachtsveranstaltung statt. Die Veranstaltung wurde von Washington Irvings Beschreibungen der Squire Bracebridge und englischen Weihnachtstraditionen aus seinem Buch „The Sketch Book of Geoffrey Crayon, Gent“ inspiriert. Zwischen 1929 und 1973 wurde die Veranstaltung unter der Leitung von Ansel Adams durchgeführt.

Bild:03 yosemite half dome.jpg
Blick auf den Half Dome

Siehe auch

Nationalparks in den Vereinigten Staaten

Literatur

  • Sky Worell: Faszinierendes Amerika. Alle National-Parks der USA. Gondrom, Bindlach 1993, ISBN 3811209752
  • Alexander Huber, Heinz Zak: Yosemite. Rother, München 2002, ISBN 3763375112

Weblinks

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  • Yosemite Highlights Touristische Sehenswürdigkeiten des Yosemite inkl. Tioga Pass, ausführlich beschrieben mit Fotos und Webcams (deutsch)
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