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Selbstkontrolle
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Der Begriff Selbstkontrolle bezeichnet die Einflussnahme höherer Prozesse auf das Selbst, oder aber auch sich gegenseitig kontrollierende Mechanismen innerhalb von biologischen oder sozialen Netzwerken (siehe Selbstorganisation).
Insofern ist der Begriff "Selbstkontrolle" auch schon in Kritik geraten, da es ein "Selbst" bzw. ein "Individuum" vielleicht gar "nicht gibt", sodass auch eine intra-individuelle Selbstkontrolle (z. B. auch von Kriminellen: siehe auch Willensfreiheit, Selbsterkenntnis) letztlich immer nur auf einer gegenseitigen (reziproken) inter-individuellen Kontrolle durch mehrere sich gegenseitig hemmende (bzw. wachstumslimitierende) Untereinheiten wie Körperzellen, Nervenzellen, Tierarten (siehe z.B. Räuber-Beute-Modell), Parteien etc. beruht, die sehr oft ihrerseits wieder aus kleineren sich gegenseitig kontrollierenden Untereinheiten bestehen (siehe auch Darwinismus, Neuronaler Darwinismus (Gerald M. Edelman), Individuum, Atomismus).
Inhaltsverzeichnis |
Volitionspsychologie
In der PSI-Theorie Julius Kuhls bezeichnet "Selbstkontrolle" die willentliche Unterdrückung von Selbstrepräsentationen, welche die Ausführung motivational nicht gestützter Handlungen ermöglicht. Selbstkontrolle ist neben Selbstregulation eine von zwei volitionalen Steuerungslagen. In der selbstregulativen Steuerungslage werden die persönlichen Ziele flexibel an die Selbstrepräsentationen angepasst.
Sozialpsychologie
Die Sozialpsycholgie beschäftigt sich u.a. mit der wahrgenommenen Selbstkontrolle. "In wie weit können wir unser Verhalten selbst bestimmen oder in wie weit haben wir das Gefühl, unser Verhalten zu kontrollieren?" Dabei unterscheidet man drei Unterbereiche:
Selbstwirksamkeit
Die Selbstwirksamkeit (engl. self-efficacy) bezeichnet die Überzeugung, durch eigene Fähigkeiten Handlungen ausführen zu können, die zu den gewünschten Zielen führen.
Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit starkem Glauben an die eigenen Kompetenz und Effizienz eine größere Ausdauer bei Aufgaben, eine niedrigere Anfälligkeit für Angststörungen und Depressionen und mehr Erfolge im Berufsleben aufweisen (Bandura et al.). Zudem ist das Ausmaß der Selbstwirksamkeit ein guter Prädiktor für die Arbeitsleistung. Selbstwirksamkeit und Handlungsergebnisse wirken dabei oft zirkulär: Eine hohe Selbstwirksamkeit führt zu hohen Ansprüchen an die eigene Person, weshalb man eher anspruchsvolle, schwierige Herausforderungen sucht. Eine gute Leistung bei diesen Herausforderungen führt dann wieder zur Bestätigung bzw. Erhöhung der eigenen Selbstwirksamkeit.
Locus of control
Das Ausmaß, in dem Personen Ereignisse eher als internal, also durch eigene Fähigkeiten und Eigenschaften kontrolliert, oder als external, also durch äußere situative Einflüsse kontrolliert wahrnehmen, kennzeichnet den locus of control.
Menschen mit einem eher internalen locus of control weisen im Mittel ein höheres Einkommen, eine stärkere Selbstkontrolle und einen höheren Schulerfolg auf, als Menschen mit einem externalen locus of control.
Literatur
Helga Schachinger, Das Selbst, die Selbsterkenntnis und das Gefühl für den eigenen Wert. 2005, ISBN 3-456-84188-4
Siehe auch
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