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Politthriller

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Der Politthriller unterscheidet sich vom klassischen Thriller dadurch, dass sich die Handlung der Geschichte mit Verwicklungen auf staatlicher Ebene, mit terroristischen Anschlägen, Spionage oder kriminellen Machenschaften staatlicher Institutionen oder deren Beamten beschäftigt. Dies geschieht durch geschickte Einarbeitung von fiktiven politischen Ereignissen, die in existierenden (selten ebenfalls fiktiven) Ländern stattfinden; nicht selten versuchen Autoren aber auch, politische Ereignisse der Vergangenheit oder Gegenwart mit in den Roman beziehungsweise Film einzubauen und deren Ursprung oder Auswirkungen eigenständig zu interpretieren. Die Genrebezeichnung "Politthriller" ist nur in Deutschland verbreitet. In anderen Ländern werden diese Filme und Romane je nach Handlung meist unter die Sparten Kriminalroman oder -film sowie politische Fiktion eingeordnet.

Ein anderer oft genutzter "Aufhänger" sind bekannte Führungspersönlichkeiten, die in finstere Machenschaften einbezogen werden (als Opfer) oder die als Opfer eines Anschlags die Identifikationsplattform abgeben.

Eine neue interessante Variation ist der Thriller in der Kirchenpolitik, der sogenannte Vatikanthriller (da es meist um die römisch-katholische Kirche geht). Hier sind Romane wie Assassini, Illuminati oder Sakrileg hervorzuheben.

Auch die zentralen Zeitgeschichts-Themen wie der Vietnam-Krieg, der Kalte Krieg zwischen dem Westen und dem Osten, als auch der Terrorismus in seinen vielfältigen Formen (z.B. islamische Fundamentalisten, Ökologie, IRA, Öl-Konflikte bereits vor dem 11. September 2001) werden verwendet.

Bekannte Vertreter des "Politthrillers" sind unter vielen anderen die Autoren Eric Ambler und John le Carré (gilt mit Der Spion, der aus der Kälte kam als einer der "Erfinder" des Genres) Ross Thomas, Brian Freemantle, Tom Clancy, Robert Ludlum und A. J. Quinnell, bei "Vatikanthrillern" z.B. Dan Brown und Thomas Gifford. Im deutschen Sprachraum gilt Peter Schmidt mit "Schafspelz" (1991), "Erfindergeist" (1985), "Die Regeln der Gewalt" (1984) und "Augenschein" (1983) als wichtigster Vertreter des Genres.

Seine Hoch-Zeit in der Verfilmung hatte der Politthriller in den späten 60er und den 70er Jahren, vor allem in Frankreich und Italien. Beispiele für recht bekannte und kommerziell erfolgreiche Politthriller sind Filme wie "Z" (1968), Der unsichtbare Aufstand (1972), "Die drei Tage des Condor" (1975) oder "I wie Ikarus", (1979). Beispiele aus jüngerer Zeit wären Die Bourne Identität (2000), Die Bourne Verschwörung (2004), Der Manchurian Kandidat (2004), JFK – Tatort Dallas, Thirteen Days oder Man on Fire.

Siehe auch: Verschwörungstheorien in der Literatur

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