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Niedersachsen

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Bild:Disambig-dark.svg Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Niedersachsen (Begriffsklärung).
Niedersachsen
Vorlage:Hintergrundfarbe5 | Landesflagge Vorlage:Hintergrundfarbe5 | Landeswappen
Bild:Flag of Lower Saxony.svg Bild:Coat of arms of Lower Saxony.svg
(Flagge Niedersachsens) (Wappen Niedersachsens)
Vorlage:Hintergrundfarbe5 colspan="2" | Basisdaten
Landeshauptstadt: Hannover
Fläche: 47.624,22 km² (2.)
Einwohner: 7.996.942 (4.) (30. Juni 2006)
Sprache: Deutsche Sprache, lokal auch Saterfriesische Sprache. Die Niedersächsische Sprache (Plattdeutsch) steht unter besonderem Schutz, ist jedoch keine Amtssprache
Bevölkerungsdichte: 168 Einwohner/km² (12.)
Arbeitslosenquote: 8,9 % (Oktober 2006)

11,6 % (Jahresdurchschnitt 2005)

Schulden: ca. 6260 € pro Einwohner (April 2006)
Schulden gesamt: 50,1 Mrd. € (April 2006)
ISO 3166-2: DE-NI
Offizielle Website: www.niedersachsen.de
Vorlage:Hintergrundfarbe5 colspan="2" | Politik
Ministerpräsident: Christian Wulff (CDU)
Regierende Parteien: CDU-FDP-Koalition
Sitzverteilung im Landtag
(183 Sitze):
CDU 91
SPD 63
FDP 15
Bündnis 90/Die Grünen 14
letzte Wahl: 2. Februar 2003
nächste Wahl: 27. Januar 2008
Vorlage:Hintergrundfarbe5 colspan="2" | Parlamentarische Vertretung
Stimmen im Bundesrat: 6
Vorlage:Hintergrundfarbe5 colspan="2" | Karte
Bild:Deutschland Lage von Niedersachsen.svg

Niedersachsen liegt in Nordwestdeutschland im niederdeutschen Sprachraum. Flächenmäßig ist es nach Bayern das zweitgrößte Land der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Hannover.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Räumliche Lage

Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee und den Unterlauf bzw. den unteren Mittellauf der Elbe. Ausgenommen hiervon sind das Amt Neuhaus, das nordöstlich der Elbe liegt, und die südelbischen Teile Hamburgs. Als Enklave auf dem Landesgebiet liegt das Land Bremen mit den Städten Bremen und Bremerhaven. Im Südosten verläuft die Landesgrenze quer durch den Harz, ein deutsches Mittelgebirge. Der Nordosten und der Westen des Landes – insgesamt rund 3/4 der Landesfläche – gehört zur Norddeutschen Tiefebene, der Süden zum Niedersächsischen Bergland mit dem Weserbergland, dem Leinebergland, dem Schaumburger Land, dem Braunschweiger Land, dem Untereichsfeld, Elm und Lappwald. Im Nordosten Niedersachsens erstreckt sich die Lüneburger Heide. Während dort ärmere Sandböden der Geest dominieren, finden sich im mittleren Osten und Südosten in der Lössbördenzone äußerst ertragreiche Böden mit hoher natürlicher Fruchtbarkeit. Unter diesen Voraussetzungen (lehm- und sandhaltigen Böden) ist das Land landwirtschaftlich gut erschlossen. Im Westen liegen die Grafschaft Bentheim, das Osnabrücker Land, das Emsland, das Oldenburger Land, das Oldenburger Münsterland und – küstennah – Ostfriesland.

Die von Süden/Südosten nach Norden/Nordwesten verlaufenden Flüsse Ems, Weser, Aller und Elbe prägen Niedersachsen.

Der höchste Berg Niedersachsens ist der Wurmberg (971 m) im Harz. Der höchste Berg des Gesamtharzes, der Brocken, liegt nahe der niedersächsischen Grenze in Sachsen-Anhalt. Für weitere Berge siehe: Liste der Berge und Erhebungen in Niedersachsen. Die meisten Berge und Hügel sind im Südosten des Landes zu finden. Der tiefste Geländepunkt ist mit rund zweieinhalb Metern unter dem Meeresspiegel eine Senke bei Freepsum in Ostfriesland.

Der Siedlungs-, Wirtschafts- und infrastrukturelle Schwerpunkt Niedersachsens befindet sich im Bereich der Städte Stadthagen – Hannover – Celle – Braunschweig – Wolfsburg – Hildesheim – Salzgitter.

Regionen

Siehe auch: Liste der Städte und Gemeinden in Niedersachsen, Landschaften und Landschaftsverbände in Niedersachsen

Klima

Niedersachsen gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Dieser Übergang macht sich innerhalb des Landes deutlich bemerkbar: Während der Nordwesten ein atlantisches (Nordseeküste) bis subatlantisches Klima mit im Jahresverlauf vergleichsweise geringer Temperaturamplitude und einem Wasserbilanzüberschuss aufweist, wird das Klima nach Südosten hin zunehmend kontinentaler beeinflusst. Dies wird an stärkeren Temperaturunterschieden zwischen Sommer- und Winterhalbjahr sowie an geringeren und jahreszeitlich ungleich verteilten Niederschlägen deutlich. Am stärksten ist diese subkontinentale Färbung im Wendland und im Raum Helmstedt ausgeprägt. Im Harz sind die höchsten Niederschläge zu verzeichnen, da der niedersächsische Teil die Luvseite dieses Mittelgebirges darstellt, an der sich unter anderem Steigungsregen entlädt. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8 °C (7,5 °C im alten Land und 8,5 °C im Kreis Cloppenburg).

Nachbarländer

Angrenzende Länder sind Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Kein anderes deutsches Land hat mehr benachbarte Länder.

Niedersachsen hat eine Außengrenze zu den Niederlanden und Anteil an der deutschen Nordseeküste.

Geschichte

Geschichte Niedersachsens vor Gründung des Bundeslandes

Bild:Niedersachsen1695.jpg
Karte von Niedersachsen aus dem Jahr 1695

Der Name „Niedersachsen“ als Regionsbezeichnung ist sehr alt: Name und Wappen des neuen Landes greifen auf den germanischen Volksstamm der Sachsen zurück. Dieses Volk drang während der Völkerwanderungszeit ab dem 3. Jahrhundert aus seiner Heimat in Holstein über die Elbe nach Süden vor, wo es sich im heutigen Nordwestdeutschland ausbreitete. Etwa ab dem 7. Jahrhundert hatten sie einen Siedlungsraum besetzt, der etwa dem heutigen Niedersachsen und einigen angrenzenden Gebieten wie der Altmark und Westfalen entsprach. Das Stammesgebiet war in etwa 60 Gaue unterteilt. Nicht in den Stammesraum eingezogen waren die Friesen. Sie bewahrten sich über Jahrhunderte in der nordwestlichsten Region des heutigen niedersächsischen Raums ihre Eigenständigkeit.

Die (Ur-)Sprache der einheimischen Bevölkerung ist das Niedersächsische, eine Varietät des Niederdeutschen. Der Zusatz „Nieder-“ stammt bereits aus der frühen Neuzeit (Niedersächsischer Reichskreis) und unterschied das alte Sachsenland von den später aus dynastischen Gründen „(Ober-)Sachsen“ genannten mitteldeutschen Fürstentümern (siehe Freistaat Sachsen, Sachsen-Anhalt).

Geschichtlich besteht eine enge, durch die Personalunion des 18. Jahrhunderts begründete Bindung des Adelshauses in Hannover an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland.

Die enge geschichtliche Verbindung der historischen Teilländer des heutigen Niedersachsens Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe bestand über Jahrhunderte in dynastischer Hinsicht. Aber auch geografisch waren diese Länder durch viele En- und Exklaven verbunden. Das Kerngebiet des Landes Oldenburg war nahezu vollständig von hannoverschem Gebiet umschlossen, ähnlich verhielt es sich mit dem Fürstentum Schaumburg-Lippe. Diese geografisch und auch teilweise institutionell schon früh miteinander verzahnten Länder sind die Vorläufer des heutigen Bundeslandes Niedersachsen.

Geschichte Niedersachsens als Bundesland

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag das heutige Niedersachsen größtenteils im von der britischen Armee besetzten Bereich. Am 22. November 1946 begründete die Verordnung Nr. 55 „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“ der britischen Militärregierung rückwirkend zum 1. November 1946 das Land Niedersachsen mit der Hauptstadt Hannover.

Es entstand aus der Vereinigung des Landes Braunschweig, dem Freistaat Oldenburg, dem Land Schaumburg-Lippe und dem Land Hannover. Dabei gab es folgende Ausnahmeregelungen:

  • Im Land Hannover fielen das Amtes Neuhaus und die Ortschaften Neu Bleckede und Neu Wendischthun an die sowjetische Besatzungszone und damit an die spätere DDR. Sie wurden erst 1993 nach Niedersachsen umgegliedert.

Am 9. Dezember 1946 trat der erste niedersächsische Landtag zusammen. Er war nicht gewählt, sondern von der britischen Besatzungsverwaltung eingesetzt. Am gleichen Tag wählte er Hinrich Wilhelm Kopf (SPD), den vormaligen hannoverschen Regierungspräsidenten, zum ersten Ministerpräsidenten.

Wichtigstes Problem der ersten Nachkriegsjahre war die große Zahl von Flüchtlingen, die in dem großen Flächenland Zuflucht suchten, das am westlichen Ende der direkten Fluchtroute aus Ostpreußen lag und die längste Grenze zur Sowjetischen Besatzungszone hatte. Noch 1950 fehlten nach offiziellen Zahlen rund 730.000 Wohnungen.

Wirtschaftlich prägend für das Bundesland wurde der Volkswagen-Konzern, der 1945 zunächst unter britischer Aufsicht mit der Produktion von Zivilfahrzeugen begann und 1949 in den Besitz des Bundes und des Landes Niedersachsen überging. Insgesamt zählte Niedersachsen mit seiner großen, ländlich geprägten Fläche und seinen wenigen städtischen Zentren lange zu den strukturschwachen Regionen der Bundesrepublik. 1960 waren 20 Prozent der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt. Im übrigen Bundesgebiet lag dieser Wert bei 14 Prozent. Auch in wirtschaftlich günstigen Zeiten blieb die Arbeitslosenquote in Niedersachsen konstant höher als der Bundesdurchschnitt.

Die Auseinandersetzungen um das Atommülllager Gorleben spielen in der niedersächsischen Landes- ebenso wie in der Bundespolitik seit Ende der 1970er Jahren eine wichtige Rolle.

Am 1. Juni 1993 trat die neue Verfassung des Landes in Kraft, die die „Vorläufige Niedersächsische Verfassung“ von 1951 ablöste. Sie ermöglicht erstmals Volksbegehren und Volksentscheide und verankert den Umweltschutz als Staatsgrundsatz.

Nach einem Bürgerentscheid wurde das ehemals hannoversche Amt Neuhaus mit den damaligen Gemeinden Dellien, Haar, Kaarßen, Neuhaus (Elbe), Stapel, Sückau, Sumte und Tripkau sowie die Ortsteile Neu Bleckede, Neu Wendischthun und Stiepelse der Gemeinde Teldau und das historisch-hannoversche Gebiet im Forstrevier Bohldamm in der Gemeinde Garlitz vom Land Mecklenburg-Vorpommern mit Wirkung vom 30. Juni 1993 zum Land Niedersachsen (Landkreis Lüneburg) ausgegliedert. Aus diesen Gemeinden wurde am 1. Oktober 1993 die neue Gemeinde Amt Neuhaus gebildet.

Zum 1. Januar 2005 wurden die vier Regierungsbezirke, aus denen Niedersachsen bis dato bestand, aufgelöst. Dies waren die Regierungsbezirke Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Weser-Ems Der Regierungsbezirk Lüneburg war aus der Zusammenlegung der ehemaligen Regierungsbezirke Lüneburg und Stade entstanden, der Regierungsbezirk Weser-Ems aus der Zusammenlegung der ehemaligen Regierungsbezirke Aurich und Osnabrück sowie des Verwaltungsbezirks Oldenburg (Oldb).

Politik

Sitzverteilung im Landtag

Bei den Landtagswahlen am 2. Februar 2003 erlitt die SPD eine schwere Niederlage und verlor ihre Regierungsmehrheit. Wahlsieger war die CDU, die mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Wulff den Ministerpräsidenten in einer Koalition mit der FDP stellt.

Die Ministerpräsidenten von Niedersachsen seit 1946:

Siehe auch Wahlergebnisse und Landesregierungen seit 1947.

Sofern der Niedersächsische Landtag nicht vorzeitig aufgelöst wird, wird die nächste Landtagswahl am 27. Januar 2008 stattfinden.

Im Bundesrat hat Niedersachsen sechs Stimmen, die höchst mögliche Anzahl, ebenso wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

62 Abgeordnete vertreten die niedersächsischen Bürgerinnen und Bürger im Deutschen Bundestag: 27 von der SPD, 21 von der CDU, sechs von der FDP, fünf von Bündnis 90/Die Grünen sowie drei von der Linkspartei.

Dem Europäischen Parlament gehören zehn Abgeordnete aus Niedersachsen an: Fünf von der CDU, zwei von der SPD und jeweils einer von FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Linkspartei.

Länderfusion

Im Gespräch ist immer wieder eine Fusion mehrerer norddeutscher Länder. So wird insbesondere ein Zusammenschluss der Länder Niedersachsen und Bremen regelmäßig ins Gespräch gebracht. Eine Fusion wird insbesondere in Bremen traditionell eher mit Ablehnung gesehen.

Siehe auch: Niedersächsische Verfassung, Nordstaat

Verwaltung

Verwaltungsreform

Zum 1. Januar 2005 wurden die bisher existierenden Regierungsbezirke aufgelöst.

Verwaltungsgliederung

Das Land ist in 37 Landkreise, eine Region und 8 kreisfreie Städte unterteilt.

Landkreise und Region

Niedersachsen besteht zurzeit aus folgenden Landkreisen und einer Region:

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1. Ammerland

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2. Aurich

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3. Grafschaft Bentheim

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4. Celle

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5. Cloppenburg

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6. Cuxhaven

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7. Diepholz

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8. Emsland

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9. Friesland

10. Gifhorn
11. Goslar
12. Göttingen
13. Hameln-Pyrmont
14. Region Hannover
15. Harburg
16. Helmstedt
17. Hildesheim
18. Holzminden
19. Leer
20. Lüchow-Dannenberg
21. Lüneburg
22. Nienburg/Weser
23. Northeim
24. Oldenburg
25. Osnabrück
26. Osterholz
27. Osterode am Harz
28. Peine
29. Rotenburg
30. Schaumburg
31. Soltau-Fallingbostel
32. Stade
33. Uelzen
34. Vechta
35. Verden
36. Wesermarsch
37. Wittmund
38. Wolfenbüttel

Kreisfreie Städte

1. Braunschweig
2. Delmenhorst
3. Emden
4. Oldenburg (Oldb)
5. Osnabrück
6. Salzgitter
7. Wilhelmshaven
8. Wolfsburg

Größte Städte

Stadt Landkreis Einwohner
31. Dez. 2000
Einwohner
30. Juni 2006
1 Hannover Region Hannover 515.001 515.559
2 Braunschweig kreisfrei 245.816 245.141
3 Osnabrück kreisfrei 164.101 163.357
4 Oldenburg (Oldenburg) kreisfrei 154.832 158.600
5 Göttingen Göttingen 124.132 121.531
6 Wolfsburg kreisfrei 121.805 120.881
7 Salzgitter kreisfrei 112.302 107.267
8 Hildesheim Hildesheim 103.909 102.486
9 Wilhelmshaven kreisfrei 85.287 83.238
10 Delmenhorst kreisfrei 76.644 75.672
11 Lüneburg Lüneburg 67.398 71.909
12 Celle Celle 72.127 71.385
Stadt Landkreis Einwohner
31. Dez. 2000
Einwohner
30. Juni 2006
13 Garbsen Region Hannover 63.269 63.073
14 Hameln Hameln-Pyrmont 58.807 58.696
15 Wolfenbüttel Wolfenbüttel 54.690 54.344
16 Nordhorn Grafschaft Bentheim 51.968 53.159
17 Cuxhaven Cuxhaven 53.391 52.177
18 Emden kreisfrei 50.963 51.692
19 Lingen (Ems) Emsland 51.684 51.428
20 Langenhagen Region Hannover 49.432 51.004
21 Peine Peine 49.494 49.924
22 Melle Osnabrück 45.390 46.538
23 Stade Stade 44.929 45.949
24 Neustadt am Rübenberge Region Hannover 45.026 45.717

Wirtschaft

Bild:Wolfsburg VW-Werk.jpg
Volkswagen-Werk in Wolfsburg
Bild:Cebit Hannover 2004.JPG
Messegelände Hannover

BIP

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Niedersachsen einen Index von 94.8 (EU-25:100) (2003). [1]Damit liegt Niedersachsen etwas unter dem EU-Durchschnitt.

Industrie

Das industrielle Zentrum Niedersachsens befindet sich im Raum Hannover-Braunschweig/Wolfsburg mit mehreren Automobilwerken, darunter das Hauptwerk von Volkswagen in Wolfsburg, und das der in Peine und Salzgitter ansässigen Stahlindustrie. Braunschweig ist außerdem ein bedeutender Wissenschaftsstandort.

Messe

Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sind die in Hannover stattfindenden Messen (z. B. CeBIT und Hannover Messe).

Strukturförderung

Das Emsland, das Oldenburger Land,das Elbe-Weser-Dreieck, die Lüneburger Heide, die Mittelweserregion und Teile der Küstenregion gehören dagegen seit langem zu den strukturschwachen Räumen. Die Ausnahme ist das Oldenburger Münsterland. Es gibt inzwischen eine Anzahl von Projekten, um die wirtschaftliche Lage in diesen Gebieten zu verbessern. Dazu gehören:

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft findet in Niedersachsen sehr unterschiedliche Bedingungen vor. Die Böden in der Hildesheimer Börde und zwischen Harz und Mittellandkanal zeichnen sich durch sehr hohe Bodenzahlen aus und eignen sich besonders für den Anbau von Zuckerrüben und Getreide. In der Lüneburger Heide ist der Boden karg, Hauptprodukte sind Kartoffeln und als Spezialität Spargel. In den Marschgebieten an der Küste dominiert hingegen die Viehzucht.

Neben Getreide werden Raps, Zuckerrüben, Salat (speziell Eisbergsalat), Kohl, Möhren (Mohrrüben, Karotten) und dank des sandhaltigen Bodens Spargel in Teilen des Landes angebaut. Bekannt ist auch die niedersächsische Grünkohlkultur (in südöstlichen Regionen auch als Braunkohl bekannt). Neben dem Gemüseanbau und der Viehzucht ist der Obstanbau (speziell im Norden, Altes Land) ein wichtiger Wirtschaftszweig.

Wirtschaft an der Küste

An der Küste spielt die Hafenwirtschaft eine bedeutende Rolle, während die Bedeutung des Schiffbaus abgenommen hat.

Bundeswehr als Wirtschaftsfaktor

Die Bundeswehr wird auch künftig ein wichtiger Arbeitgeber in Niedersachsen sein. Mit über 55.000 Soldaten und zivilen Beschäftigten wird Niedersachsen nach der geplanten Bundeswehrreduzierung das Bundesland mit der größten Zahl von Bundeswehrbediensteten sein.

Energiewirtschaft

An drei Standorten in Niedersachsen finden sich in Betrieb befindliche Kernkraftwerke, bei Lingen, bei Grohnde und bei Nordenham. Darüber hinaus hat Niedersachsen die größten Erdgasvorkommen Deutschlands.

Tourismus

Nordseebäder

Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr ist insbesondere die Nordseeküste mit Schwerpunkt im sogenannten „Cuxland“ und auf den Ostfriesischen Inseln. Wichtige Fremdenverkehrsorte sind hier Cuxhaven (mit seinen Stadtteilen Duhnen, Döse und Sahlenburg), die Samtgemeinde Land Wursten und Otterndorf an der Elbmündung. Weitere wichtige Seebadeorte befinden sich in Butjadingen, im oldenburgischen Friesland und an der ostfriesischen Küste.

Binnenland

Weitere Anziehungspunkte sind der Harz, die Städte Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Lüneburg, Celle und Wolfsburg mit der Autostadt, das Eichsfeld, das Weserbergland und das Leinebergland, die Lüneburger Heide, das Wendland, die Wümmeniederung, das Steinhuder Meer, der Dümmer, das Alte Land, das Elbetal und die weiteren Flüsse Aller, Leine, Ems, Hunte und Weser. Das Brauchtum umfasst unter anderem das Grünkohlessen und Schützenfeste.

Verkehr

Bild:Mittellandkanal BS Hafen.JPG
Mittellandkanal bei Braunschweig

Entsprechend der Bevölkerungsverteilung befindet sich ein Schwerpunkt des Verkehrsnetzes im südöstlichen Niedersachsen mit den Zentren Hannover, Braunschweig, Hildesheim und Salzgitter. In diesem Raum kreuzen sich Verkehrsströme (Eisenbahnen sowie Autobahnen 2 und 7/27) vom Ruhrgebiet nach Berlin und von Süddeutschland an die Küste. Eine weitere wichtige Verkehrsachse in Form von Eisenbahn und Autobahn verläuft vom Ruhrgebiet über Osnabrück, Bremen nach Hamburg (Rollbahn und A 1 (Hansalinie)), sowie die A 30 von Amsterdam über Osnabrück nach Hannover (über A 2). Die für das Land wichtigsten Luftdrehkreuze sind der Flughafen Langenhagen bei Hannover und die außerhalb Niedersachsens gelegenen Flughäfen Bremen (Bremen (Land)) und Münster/Osnabrück (FMO) in Greven (Nordrhein-Westfalen). Größte Seehäfen sind Wilhelmshaven, Emden, Cuxhaven und Brake. Wichtigste Binnenwasserstraßen sind der Mittellandkanal, die Weser, die Elbe und die Ems.

Wissenschaft

Bild:Göttingen Aula Konzert Händelfestspiele 2005.jpg
Georg-August-Universität in Göttingen

Bedeutende wissenschaftliche Standorte sind Braunschweig, Göttingen, und Hannover mit der: Technischen Universität Braunschweig, der Georg-August-Universität Göttingen, der Universität Hannover und der Medizinischen Hochschule Hannover.

Weitere wichtige wissenschaftliche Einrichtungen sind die Universität Osnabrück, die Fachhochschule Osnabrück, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Oldenburg, die Technische Universität Clausthal, die Universität Lüneburg, die Universität Hildesheim und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

Die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ist die größte Fachhochschule des Landes.

Siehe auch: Liste von wissenschaftlichen Einrichtungen in Niedersachsen, Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen

Bevölkerung

Allgemeines

Niedersachsen war schon immer ein Durchgangsland, das zudem in kulturellen Dingen eine große regionale Differenzierung aufweist und fließende Übergänge insbesondere nach Westfalen zeigt, daher ist es schwierig, verallgemeinernd von „den Niedersachsen“ zu sprechen. Allerdings weisen die meisten lange ansässigen Bevölkerungsteile Gemeinsamkeiten auf wie beispielsweise den ursprünglichen Gebrauch der niederdeutschen Sprache. Gemeinsam sind auch bestimmte Aspekte der vorherrschenden traditionellen Architektur und Bauweise von Gebäuden (Niedersachsenhaus). Da Niedersachsen ein in weiten Teilen ländliches Land ist, wiegen in Lebenseinstellung und Mentalität häufig – unabhängig von politischer Präferenz – eher konservativere Grundeinstellungen vor. Im Saterland existiert eine alteingesessene friesische Sprachminderheit.

Zuwanderung

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Niedersachsen eines der Hauptansiedlungsgebiete für Heimatvertriebene aus (nach Personenzahl absteigend sortiert) Schlesien, Ostpreußen, Pommern und dem Sudetenland. Nach der letzten entsprechend aufgeschlüsselten Zählung waren 30 % der Einwohner Niedersachsens Vertriebene, Flüchtlinge oder Kinder aus entsprechenden Familien. Durch die vielen Industriebetriebe im Raum Hannover-Braunschweig-Salzgitter-Wolfsburg entstand während des Wirtschaftswunders ein hoher Bedarf an Arbeitskräften, weswegen man viele Gastarbeiter aus Italien, Spanien und der Türkei anwarb, die häufig in Niedersachsen blieben. Seit dem Ende des kalten Krieges kamen Aussiedler und Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Polen ins Land.

Religionen

Protestantismus

Der größte Teil Niedersachsens ist ursprünglich durch die Evangelisch-lutherische Kirche geprägt. Landeskirchen existieren als Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers, Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe, Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig und Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg. Die Evangelisch-reformierte Kirche in Nordwestdeutschland hat eine große Bedeutung in Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim, sie hat ihre eigene landeskirchliche Organisation. In der gleichen Region gibt es noch die evangelisch-altreformierten Kirchen. Neben den protestantischen Landeskirchen wirken auch viele evangelische Freikirchen im Bereich des Landes Niedersachsen. Die älteste unter ihnen ist die Mennonitenkirche. Ihre Wurzeln reichen in die Reformationszeit und hier in die Täuferbewegung zurück. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) besitzt in Niedersachsen drei Landesverbände, den Landesverband Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt, Baptisten im Nordwesten und den Landesverband Norddeutschland. Eine niedersächsische Wurzel haben die Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche. Weitere Freikirchen in Niedersachsen sind u. a. die Evangelisch-methodistische Kirche, die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten und der Bund Freier evangelischer Gemeinden.

Katholizismus

Das Emsland, das Oldenburger Münsterland, das Untereichsfeld, die sog. Stiftsdörfer des Hochstifts Hildesheim und manche Dörfer im ehemaligen Hochstift Osnabrück sind traditionell katholisch geprägt. Die römisch-katholischen Gemeinden gehören zu den Bistümern Hildesheim, Osnabrück, beides Suffraganbistümer von Hamburg, Münster, zur Kirchenprovinz Köln gehörend und Paderborn (Bad Pyrmont), zur gleichnamigen Kirchenprovinz gehörend. Durch die Ansiedlung von Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und durch den Zuzug von Spätaussiedlern existieren jedoch mittlerweile große Gemeinden der jeweils anderen großen christlichen Konfession in früher nahezu rein-konfessionell geprägten Regionen.

weitere Gruppen

Nach dem Krieg kam es wie in ganz Deutschland zu einer Vielzahl von Kirchenaustritten und zur Bildung von islamischen Gemeinden vor allem für türkischstämmige Einwohner. Durch den Zuzug vieler Menschen jüdischen Glaubens aus der ehemaligen Sowjetunion verzeichnen die jüdischen Gemeinden seit 1990 ein verstärktes Wachstum.

Sprache

Amtssprache

Amtssprache ist Hochdeutsch und in der Gemeinde Saterland auch Saterfriesisch. Besonders geschützt ist seit der Unterzeichnung der europäischen Sprachencharta auch Plattdeutsch.

Umgangssprache

Hochdeutsch

In Niedersachsen wird Hochdeutsch vom weitaus größten Teil der Bevölkerung gesprochen. Sehr verbreitet ist in weiten Teilen ein Hochdeutsch mit spezifischen niederdeutschen Wendungen, ähnlich dem in Hamburg gesprochenen Missingsch.

Plattdeutsch

Nordniedersächsisch

Am weitesten verbreitet ist unter den niedersächsischen Mundarten der Nordniedersächsische Dialekt. Diese niederdeutschen Sprachformen werden heutzutage im Oldenburger Land, in der Wümmeniederung, der Mittelweserregion, der Lüneburger Heide und an der Waterkant (Nordseeküste) verwendet.

Ostfälisch

Dialekte des Ostfälischen werden noch in geringem Maße im Weserbergland, im Braunschweiger Land und im Eichsfeld gesprochen. Die Aussprache des Hochdeutschen in der Umgebung von Hannover gilt allgemein als vorbildlich, weil der Schriftsprache am nächsten (das ostfälische Plattdeutsch ist dort schon seit längerer Zeit verschwunden). Jedoch besitzt die Sprache auch dort eine ortseigene Färbung, welche am Ursprünglichsten in den westlichen, von Arbeitertraditionen geprägten Stadtteilen Linden und Ricklingen – vorwiegend unter älteren Alteingesessenen – gesprochen wird (Beispiel: Leine=Laane, Garten=Gachten, jetzt=getze). Mitunter wird diese Sprechweise auch als Lindener Platt bezeichnet. Besonders zelebriert wird dieses vom hannoverschen Comedy-Duo Siggi und Raner.

Ostfriesisches Platt

Besonders lebendig ist das Plattdeutsche noch in Ostfriesland. Plattdeutsch hat sich hier unabhängig von anderen niederdeutschen (genauer: niedersächsischen) Dialekten entwickelt und zeigt große Verbindung mit dem Niederländischen und dem Friesischen, das in Ostfriesland aber seit dem 18. Jahrhundert durch das Niederdeutsche verdrängt wurde. Die Anzahl der Sprecher des Niederdeutschen ist in Ostfriesland mit mehr als der Hälfte der Bevölkerung besonders hoch, insgesamt sprechen und verstehen etwa 40 % der niedersächsischen Bevölkerung den traditionellen Dialekt ihrer Region, wobei ein starkes Stadt-Land-Gefälle festzustellen ist.

Plattdeutsch im südwestlichen Niedersachsen

Das im Emsland und im Oldenburger Münsterland gesprochene Plattdeutsch sowie das Platt des Osnabrücker Landes weist eine große Ähnlichkeit zum Westfälischen Platt des Münsterlandes auf, die Übergänge hierzu sind fließend.

Friesisch

In der Gemeinde Saterland wird teilweise Friesisch (Saterfriesisch) gesprochen.

Sprachen von Zuwanderern

Die am weitesten verbreiteten Sprachen von Zuwanderergruppen sind russisch, türkisch und polnisch, ferner werden noch italienisch, serbisch, kroatisch, albanisch und griechisch von großen Zuwanderergruppen gesprochen.

Kultur

Siehe Hauptartikel: Niedersächsische Küche

Landschaften und Landschaftsverbände

Nach Auflösung der Regierungsbezirke wurden zwischen dem Land Niedersachsen auf der einen Seite und den Landschaften und Landschaftsverbänden auf der anderen Seite Verträge geschlossen, nach denen diese künftig für kulturelle Belange in den jeweiligen Regionen verantwortlich sind.

Kunstgeschichte

Architektur

Baugeschichtlich bedeutsam in Niedersachsen war die Epoche der Renaissance, die sich in vielen Bauten im Stil der Weserrenaissance widerspiegelt. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Gärten in Herrenhausen (Hannover) – die einzig erhaltenen und nie veränderten Barockgärten der Welt. In Osnabrück finden sich viele Gebäude des Klassizismus und der Zeit des Rokoko. Sehenswürdigkeiten sind u. a. die Altstadt mit Dom und dem Rathaus des Westfälischen Friedens sowie zahlreichen Steinwerken und Fachwerkhäusern. Auch Niedersachsens größtes Barockschloss und mit St. Katharinen höchstes mittelalterliches spätgotisches Bauwerk sind hier zu sehen.

Bildende Kunst

Niedersachsen hat seit dem 19. Jahrhundert bedeutende Künstler von internationalem Rang hervorgebracht. Der populärste ist wohl Wilhelm Busch, der durch seine Bildergeschichten bekannt wurde. Weniger bekannt ist sein Werk als Landschaftsmaler. Er schuf mehr als 1000 Gemälde, die aber erst posthum veröffentlicht wurden.

1895 kaufte der Künstler Heinrich Vogeler den Barkenhoff in Worpswede und gründete somit die Künstlerkolonie Worpswede. Diese war Heimat namhafter Künstler des deutschen Impressionismus und des Expressionismus. Die bekanntesten Künstler der ersten Generation der Kolonie waren:

Zwischen den 1920er und 1930er Jahren war der hannoversche Maler und Lyriker Kurt Schwitters in Niedersachsen tätig. Er ist der Erfinder der Merzkunst, die als Weiterentwicklung des Dadaismus gilt. Schwitters bezeichnete sich selbst nicht als Dadaist sondern als Merzkünstler, arbeitete jedoch zeitweise eng mit den Berliner Dadaisten zusammen. Seine bekanntesten Gedichte sind „An Anna Blume“ und die „Sonate in Urlauten“. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ eingestuft, flüchtete der Künstler 1937 und kehrte nie mehr in seine Heimatstadt zurück. Eine Rekonstruktion seines berühmten Merzbaus ist im Sprengel-Museum in Hannover zu besichtigen.

Ebenfalls große Bekanntheit erlangte der jüdische Maler Felix Nussbaum (1904–1944). Als Maler der Neuen Sachlichkeit zählte er zur „Verschollenen Generation“ der um 1900 Geborenen. Viele seiner Werke thematisieren den Holocaust, dem er 1944 selbst zum Opfer fiel.

Der 1940 geborene Neodadaist, Performance- und Konzeptkünstler Timm Ulrichs erlangte internationale Bekanntheit. Er war unter anderem 1977 auf der documenta 6 vertreten. Im Jahr 2001 erhielt er den Niedersächsischen Staatspreis.

Niedersachsen verfügt über zwei Kunsthochschulen: die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und die Hochschule für Musik und Theater Hannover. Darüber hinaus existiert an der Fachhochschule Hannover ein auslaufender Fachbereich Bildende Kunst.

Museen & Kunstinstitutionen

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Horst-Janssen-Museum in Oldenburg
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Niedersächsisches Landesmuseum

Wichtige Museen und Kunstinstitutionen sind:

Sport

Organisatorisch sind die niedersächsischen Sportvereine eng mit denjenigen aus dem Land Bremen verzahnt.

Handball

Niedersachsen beheimatet drei Handballvereine der 1. Bundesliga: Die HSG Nordhorn, den Wilhelmshavener HV und Eintracht Hildesheim. In der 2. Handball-Bundesliga spielen die SG Achim/Baden, die HSG Varel, der OHV Aurich und der TSV Hannover-Burgdorf.

Fußball

In der 1. Fußball-Bundesliga spielen die Fußballvereine Hannover 96 und der VfL Wolfsburg, in der 2. Fußball-Bundesliga Eintracht Braunschweig. Populär ist daneben im Bremer Umland der SV Werder Bremen, der jedoch nicht aus Niedersachsen kommt.

Basketball

In der ersten Basketball-Bundesliga ist Niedersachsen durch die Artland Dragons (Quakenbrück), EWE Baskets Oldenburg und New Yorker Phantoms Braunschweig vertreten. Die BG 74 Göttingen steht kurz vor dem Aufstieg in die erste Bundesliga. Auch die SG Braunschweig, die Cuxhaven BasCats und die Wolfenbüttel Dukes spielen in der zweiten Bundesliga.

Eishockey

Im Raum Hannover haben die Hannover Scorpions und die Hannover Indians ihre Heimat. Außerdem bekannt sind die Grizzly Adams Wolfsburg

Wassersport

An der Küste wie auch an den großen Seen und Flüssen ist der Wassersport ebenso populär wie das Angeln. Cuxhaven ist lagebedingt eine traditionsreiche Stätte des Segelns, so war es auch mal Anlegehafen des Tall Ships' Race.

Reitsport

Der Raum Verden (Aller), das Oldenburger Land und das Celler Land sind bekannt als Zentren des Reitsportes.

sonstige Sportarten

Niedersachsen bietet sich zum Wandern und Radfahren an. In Ostfriesland und im Ammerland ist das Boßeln heute noch populär.

Persönlichkeiten

Träger der Niedersächsischen Landesmedaille

Diese Liste ist nicht vollständig.

  • Johannes Lilje (1899–1977), Theologe, Kunsthistoriker und Landesbischof
  • Josef Homeyer (* 1929), katholischer Bischof des Bistums Hildesheim (im Ruhestand)

Literatur

Schriftsteller

Der Roman ”Im Westen nichts Neues“ (1929) hat seinen weltweiten Ruhm begründet: Erich Maria Remarque, am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren, setzte sich in seinen Werken kritisch mit der deutschen Geschichte auseinander und zählt zu den meistgelesenen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Er stirbt am 25. September 1970 in Locarno. Die Verbitterung über seine Ausbürgerung aus Deutschland hat Remarque nie überwunden.

Von 1900 bis 1902 war der bedeutende österreichische Lyriker Rainer Maria Rilke in der Worpsweder Künstlerkolonie ansässig, wo er die Bildhauerin Clara Westhoff heiratete, mit der er 1901 eine Tochter hatte. Danach verschlug es den expressionistischen Autor nach Paris.

Der neben Rilke bedeutendste niedersächsische Schriftsteller der Moderne ist Arno Schmidt. Der avantgardistischen Schriftsteller lebte von 1958 bis zu seinem Tode 1979 in Bargfeld. Schmidt schreibt neben experimentellen Romanen wie seinem Hauptwerk „Zettel’s Traum“ auch erwähnenswerte Übersetzungen, wie z. B. von James Joyce, Edgar Allan Poe oder James Fenimore Cooper. Siehe auch: Arno-Schmidt-Stiftung.

Als einer der bedeutendsten deutschen Lyriker der 70er Jahre gilt der 1940 in Vechta geborene und 1975 bei einem Autounfall in London verstorbene Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann. Seine Werke sind beeinflusst vom Nouveau Roman und der amerikanischen Beat-Generation, um deren Veröffentlichung in Deutschland er sich verdient gemacht hat.

Literaturbüros

Literaturbüros (auch Literaturhäuser) des Landes Niedersachsen stehen in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück.

Literaturhinweise

  • Kleine Niedersächsische Literaturgeschichte in drei Bänden Von Dichterfürsten und anderen Poeten. Herausgegeben von Dirck Linck (III), Jürgen Peters (I-III) und Wilhelm Heinrich Pott (I+II). Mit Register und Literaturverzeichnis. Gebunden. 8°.
    • Band I. Zweiunddreißig Portraits von Roswitha von Gandersheim bis Johann Peter Eckermann. 256 Seiten. 38 Abb. ISBN 3-927715-29-8 (1993)
    • Band II. Siebenunddreißig Portraits von Stendhal bis Arno Schmidt. 288 Seiten. 40 Abb. ISBN 3-927715-31-X (1994)
    • Band III. Fünfundvierzig Portraits von Arno Schmidt bis Hans Pleschinski. Mit Fotografien von Isolde Ohlbaum, Brigitte Friedrich u. a. 336 Seiten. 60 Abb. ISBN 3-927715-30-1 (1996) »Geschichten, gesetzt aus Poetenleben, wissenschaftlich fundiert und erzählerisch aufbereitet zu einer Geschichte von Lebenden.« (NDR, Wolfgang Hausmann)
  • Hans Patze (Begr.): Geschichte Niedersachsen. 7 Bände. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1977- (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, 36)
  • Jörg Bogumil, Steffen Kottmann: Verwaltungsstrukturreform – die Abschaffung der Bezirksregierungen in Niedersachsen. Schriftenreihe der Stiftung Westfalen-Initiative, Band 11. Ibbenbürener Vereinsdruckerei: Ibbenbüren 2006. ISBN 3-932959-48-5. Link.
  • Bernd U. Hucker – Niedersächsische Geschichte ISBN 3-89244-223-1
  • Hans-Jürgen Häßler – Ur- und Frühgeschichte in Niedersachsen ISBN 3-933203-61-9

Siehe auch

Weblinks

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