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Hochbegabung
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Hochbegabung wird abhängig vom zugrundeliegenden Modell definiert. Diese reichen von sehr engen Fassungen (Hochbegabung = Hochintelligenz) zu weiten (zur Hochbegabung zählen auch emotionale, künstlerische usw. Anteile).
Hochbegabung bezeichnet im engen Modell ein deutlich über dem Durchschnitt liegendes Maß an Intelligenz, also der Fähigkeit zum Erkennen von Zusammenhängen und zum Lösen von Problemen. Als hochbegabt definiert (vor allem in der differentiellen Psychologie) sind hier jene Menschen, die in einem Intelligenztest einen IQ erreichen, der nur von zwei Prozent ihrer Mitmenschen erreicht oder übertroffen wird. Auf der in Deutschland verwendeten Skala wird dieser IQ-Wert mit 130 bezeichnet. Andere Skalen verwenden bei äquivalenten Testergebnissen andere IQ-Werte.
Zu unterscheiden ist die umfassendere Verwendung des Begriffs, bei der Personen, die in einem bestimmten Bereich hohe Leistungen erzielen, als hochbegabt oder talentiert bezeichnet werden; beispielsweise Musiker, Schachspieler und andere. Hierunter fällt auch der Begriff der Emotionalen Intelligenz bzw. der Multiplen Intelligenzen (Gardner; Golman).
Das Phänomen Hochbegabung und seine mediale Rezeption ist stark werte-, norm- und konventionsgebunden; es wird daher nicht nur von der Gesellschaft geprägt, sondern von dieser auch instrumentalisiert. In diesem Zusammenhang wird oft angeführt, dass es sich bei Hochbegabung wie auch bei Intelligenz, um ein Konstrukt handelt, das über Operationalisierungen erschlossen wird. Dies liegt jedoch in der Natur der Sache und steht einer praktischen Anwendbarkeit nicht entgegen.
Inhaltsverzeichnis
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Hochbegabte Kinder
Indizien für die Hochbegabung eines Kindes
Wie sich in wissenschaftlichen Studien zur Hochbegabung immer wieder gezeigt hat (Terman-Studie, Rost-Studie, unterscheiden sich begabte Kinder in ihrem Verhalten und ihrer Persönlichkeit wenn überhaupt nicht so stark von ihren normalbegabten Altersgenossen wie vermutet.
Auch wenn die Durchführung von Intelligenztests mit einem gewissen Aufwand verbunden ist, ist sie doch dem Gebrauch von Listen mit verschiedenen Indizien zur Identifizierung von Hochbegabung bei Kindern bereits im Kleinkindalter in bezug auf die Messgenauigkeit (Reliabilität und Gültigkeit Validität überlegen. Aussagen, wonach die Ausprägung bestimmter Fähigkeiten auf überdurchschnittliche Intelligenz hindeuten, sind jedoch nicht wissenschaftlich empirisch belegt. Zudem lassen sich diese Eigenschaften auch durch Temperament, Charakter oder soziale Herkunft erklären. Auch wenn in gehäuftem Auftreten verschiedener Merkmale eine gewisse Indikation liegen mag, handelt es sich bei den einzelnen Punkten der nachfolgenden Aufzählung eher um Mutmaßungen und Meinungen [1]:
- Das Kind besitzt einen großen Wortschatz, eine sehr elegante Sprache und Ausdrucksfähigkeit. Es beginnt schon früh, diese zu entwickeln. [2]
- Es lernt früh Lesen. Jedoch gibt es auch Kinder mit einem IQ weit unter dem Durchschnitt, die sehr früh lesen, und umgekehrt hochbegabte Kinder, denen das Lesen- und Schreibenlernen sehr schwer fällt (Legasthenie). Das frühe Lesen wurde früher zwar als für Hochbegabung kennzeichnend gewertet, kann heute jedoch nicht mehr als indikative Eigenschaft herangezogen werden, da durch die vielfältige Konfrontation mit geschriebener Sprache in der modernen Kultur auch viele nicht hochbegabte Vorschulkinder schon früh lesen können.
- Das Kind liest viel und vor allem Bücher, die deutlich über seine Altersstufe hinausgehen [3]
- Eine ausgeprägte Wissbegierde [2]
- In Sachen Fantasie und Konzentration ist das Kind seinen Altersgenossen überlegen. [2]
- Beschäftigung mit anspruchsvollen Themen wie z. B. Philosophie, Politik, Wissenschaft etc. [3]
- Das Kind ist hochgradig sensibel und verfügt über ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsbewusstsein. [4]
- Großes Detailwissen in bestimmten Bereichen[3]
- Ein starkes Bedürfnis nach älteren Spielgefährten oder im Fall von präpubertären Jungen nach den im Schnitt geistig weiter entwickelten Mädchen[3]
- Das Gefühl, dass die eigenen Argumente von der Umwelt nicht verstanden werden [5]
Entsprechend der Definition der Hochbegabung können Intelligenztests erwartungsgemäß auch bei Kindern Anhaltspunkte liefern, die ein Heraustreten der Leistungsfähigkeit bezüglich des Alters- oder Entwicklungsdurchschnittes in einer speziellen Disziplin feststellen. Da Hochbebabung über sie definiert ist, sind nur solche Tests geeignet, Hochbegabung objektiv festzustellen. Die genannten „Indikatoren für Hochbegabung“ sollten lediglich genutzt werden, um die Entscheidung zur Durchführung des Intelligenztestes zu stützen. Dazu kann beispielsweise eine Onlinediagnostik durchgeführt werden.
Einen sehr wichtigen Beitrag zur besseren Charakteristik von Hochbegabten und damit zum Abbau von Vorurteilen und Meinungen über Hochbegabte und Hochbegabung hat in den letzten Jahren vor allem das Marburger Hochbegabtenprojekt unter Leitung des Marburger Psychologie-Professors Detlef Rost geleistet. Hierbei handelt es sich um eine der größten Längsschnittstudien zum Thema, die die Entwicklung von hoch- und durchschnittlich begabten Kindern über fast zwanzig Jahre verfolgt.
Underachievement (schwache Leistung) und andere Schwierigkeiten in der Kindergarten- oder Schulumgebung
Hochbegabte sind oftmals gut in das Schulsystem integriert, sozial unauffällig, psychisch stabil und selbstbewusst. Ca. 15 % der Hochbegabten entwickeln sich allerdings zu Underachievern. Diese werden keineswegs immer als hochbegabt erkannt.
Das Risiko zum Auftreten von Underachievement oder von Verhaltensauffälligkeiten kann durch geeignete Förderung minimiert werden. Diese Förderung sollte allerdings − genau wie bei jedem anderen Kind auch − ihren Bedürfnissen gerecht werden.[1] Eine Unterrichtsmethode, die einer allzu deutlichen Unterforderung von Hochbegabten vorbeugt, ist beispielsweise die Methode „Lernen durch Lehren“.
Gründe für dieses Verhalten
Es besteht ein kompliziertes Gefüge aus Persönlichkeits- und Umweltgegebenheiten. Niedrige Motivation kann etwa durch eine niedrige Leistungserwartung der Eltern oder durch zu niedrige Anforderungen der Lehrer entstehen - etwa durch Verweigerung, alltägliche Fragen zu beantworten oder Langeweile, die durch die ständigen Wiederholungen und die für die Betroffenen oft zu langsame Unterrichtsgeschwindigkeit entsteht. Durch eine eigenwillige, kreative Persönlichkeitsstruktur kann es dazu kommen, dass von Seiten der Eltern, Erzieher und Lehrer zu viel Aufmerksamkeit auf das abweichende und als störend empfundene Verhalten gelenkt wird und das wirkliche intellektuelle Potential unerkannt bleibt. Eine geringe Orientierung von Seiten der Eltern und der Familie an den Bedürfnissen der Kinder kann ebenso zu einer Minderleistung führen, wie ein bereits verfestigtes negatives Selbstkonzept des Kindes, das sich keine Leistung zutraut, weil zu viele negative Erfahrungen gemacht wurden oder die Vermittlung von Lerninhalten der Art und Weise, wie Lerninhalte von dem Kind wahrgenommen und verarbeitet werden, nicht entspricht. Auch die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit kann aufgrund von Sprachbarrieren dazu führen, dass eine Begabung nicht erkannt wird. Bei Mädchen besteht die Gefahr, dass sie sich einer Unvereinbarkeit von Weiblichkeit und Intellektualität ausgesetzt fühlen. Es kann aber auch sein, dass trotz Hochbegabung eine Teilleistungsstörung wie Dyskalkulie, Dyslexie oder Legasthenie vorliegt und diese besonders schwierige Kombination von Eltern, Lehrern und Betreuern nicht verstanden wird; gerade von ADS Betroffene werden oft als "faul" angesehen, da sie sehr gute Leistungen erbringen können, wenn sie sich in den Hyperfocus bringen können, ansonsten aber "nicht arbeiten". Es gibt keinen Grund, warum die Charaktereigenschaft Faulheit nicht auch mit intelligenter Hochbegabung einhergehen kann. Da den Hochbegabten Eigenständigkeit und Interesse für tiefergehende Fragen nachgesagt wird, können auch die Wertvorstellungen der Schule nebst Bewertungssystem insgesamt in Frage gestellt werden und dies zu Ablehnung seiten der Schule führen. Es soll auch vorkommen, dass absichtlich schlechte Noten erzielt werden, um sich die Akzeptanz der Mitschüler zu sichern und nicht als "Streber" zu gelten.
Förderung hochbegabter Schüler
Spezialschulen
Deutschland
In Deutschland gibt es mittlerweile eine Reihe staatlicher Schulen, die sich der Begabtenförderung widmen, u. a. seit 2001 das Sächsische Landesgymnasium Sankt Afra in Meißen, das LGH in Schwäbisch Gmünd, oder die Internatsschule Schloss Hansenberg. Eine systematische Förderung hochbegabter Kinder findet mittlerweile auch in Rheinland-Pfalz statt. So gibt es bereits seit 2003 in Kaiserslautern eine Schule mit einem Zweig für Hochbegabte und seit 2004 am Gymnasium Mainz-Gonsenheim, die Schule für Hochbegabtenförderung/Internationale Schule, deren erster Jahrgang (insgesamt 18 Kinder) am 28. Januar 2005 seine ersten Zeugnisse bekommen hat und die nach acht Jahren zum Abitur führt. In Hessen gibt es die Otto-Hahn-Schule, die seit 2003 eine integrative Hochbegabtenklasse, mit maximal zwanzig Schülern, besitzt (Schuljahr 06/07). Schülerakademien wie die Deutsche SchülerAkademie oder die Hessische Schülerakademie und andere Förderkurse in den Schulferien ergänzen und vertiefen das Bildungsangebot der allgemeinbildenden Schulen und sind eine wirkungsvolle Herausforderung für hochbegabte Schülerinnen und Schüler, für die ein auswärtiger Schulbesuch in Spezialschulen nicht in Betracht kommt.
Privatschulen mit einem Schwerpunkt auf Hochbegabtenförderung sind Beispielsweise die Schulen des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands (CJD Braunschweig, CJD Rostock, CJD Königswinter) oder die Schule Schloss Torgelow. In Hamburg gibt es seit Schuljahrsbeginn 05/06 eine „staatlich genehmigte Grundschule mit Maßnahmen zur Förderung besonders begabter Kinder“, die Private Grundschule Brecht.
Österreich und Schweiz
In Österreich gibt es die Sir-Karl-Popper-Schule am Wiedner Gymnasium in Wien. Sie wurde 1996 gegründet, der erste Jahrgang hat im Schuljahr 1998/1999 in der 9. Schulstufe begonnen und im Jahr 2001/2002 maturiert. In der Schweiz gibt es seit 1998 die Schule Talenta Zürich. Ihre Besonderheit liegt darin, dass es sich um eine Primarschule (1.-6. Klasse, Alter 6-12) handelt, welche ihren Unterricht ausschließlich für hochbegabte Kinder anbietet.
Historisches: Hochbegabtenförderung in der DDR
Im Schulsystem der DDR gab es eine Reihe von Spezialklassen oder Schulen, deren Schüler ab Klasse 9 nach mathematisch-naturwissenschaftlicher Begabung auswählt wurden. Die bekannteste davon befand sich in Kleinmachnow. Teilweise wurden diese Klassen wissenschaftlich von dem Institut für Jugendforschung der Universität Leipzig begleitet. Nach der Wende erhalten geblieben sind Spezialklassen an je einem Gymnasium in Erfurt, Ilmenau, Jena, Berlin, Frankfurt/Oder, Cottbus, Chemnitz, Dresden, Leipzig, Halle und Magdeburg.
Außerschulisches
Außerdem gibt es verschiedene andere Ansätze, hochbegabte Schüler außerhalb der Schule zusätzlich zu fördern. Ein Beispiel dafür wären die von SAP-Mitgründer Hans-Werner Hector gestifteten Hector-Seminare.
Förderungsmaßnahmen
Es ergeben sich unterschiedliche Ansätze, mit der vermuteten Hochbegabung bei Kindern umzugehen. Zum einen bietet sich eine gezielte Förderung im Bereich der Hochbegabung an, um die volle Entwicklungsmöglichkeit des Kindes auszuschöpfen. Zum anderen besteht die Gefahr der Vernachlässigung anderer für das Kind oder den gesellschaftlichen (auch schulischen) Erfolg des Kindes wichtiger Leistungsbereiche. Manchmal fallen Kinder mit einer hohen Begabung in einem Leistungsteilbereich durch Minderbegabung oder Minderleistung in anderen Bereichen auf.
Beratung und Unterstützung für hochbegabte Kinder
Hilfe und Beratung bei Fragen zur Hochbegabung können neben sachkundigen Psychologen, insbesondere Schulpsychologen, auch private Vereine geben. Zu nennen sind hierbei vor allem die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e. V. und der Hochbegabtenverein Mensa, welcher zusätzlich viele Angebote für Erwachsene bietet. An der Universität Marburg gibt es seit 1999 eine begabungsdiagnostische Beratungsstelle BRAIN, die hauptsächlich vom Hessischen Kultusministerium finanziert wird und die eine umfassende, an neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientierte Beratung und Diagnostik liefert. Allerdings besteht eine zwei- bis dreimonatige Wartezeit.
Vertiefung und Ergänzung des schulischen Bildungsangebots in Form von Ferienkursen bieten die Schülerakademien. Eine umfangreiche Datenbank mit deutschlandweiten Beratungsadressen verschiedener Institutionen und Initiativen hält die Karg-Stiftung bereit. Sie ist hervorragend regional gegliedert und damit eine echte Suchhilfe.
Hochbegabte Erwachsene
Hochbegabte Erwachsene finden in den Vereinen wie z. B. Mensa oder INTERTEL Gleichgesinnte, wenn sie zu den begabtesten zwei (Mensa) bzw. einem Prozent der Bevölkerung gehören. In Deutschland umfasst diese Zielgruppe also gut 1,6 Millionen Menschen, von diesen sind etwa 6000 Personen in derartigen Vereinigungen organisiert.
Mediale Rezeption und Vorurteile
Widerlegtes Vorurteil über Hochbegabte
Lombroso und Lange-Eichbaum gingen davon aus, dass Hochbegabte eher an einer psychischen Störung leiden als normal Begabte, sie also häufiger eine Psychose erleiden würden. Dergleichen wird immer noch in populistischen Sprüchen an Stammtischen vertreten. Diese Meinung gilt als widerlegt. Heute geht man von dem Gegenteil aus, Hochbegabte gelten als psychisch belastbarer, sind aber allzu oft auch größeren Belastungen ausgesetzt. Es zeigt sich auch immer wieder eine Korrelation zwischen hoher Intelligenz und sozial kompetentem Verhalten. Dies bedeutet, dass sehr intelligente Menschen oftmals weniger aggressiv sind (sie können sich bei einem Streit besser verbal wehren und lösen Konflikte seltener mit Gewalt), sich sozialer verhalten (zumindest moralischer urteilen) und beliebter als normal Begabte sind.
Zum einen wird ein leicht umgekehrt u-förmiger Zusammenhang angenommen, nach dem Minderbegabte (ungefähr IQ < 90) eher unbeliebt, Normalbegabte relativ beliebt (90< IQ <130), Hochbegabte (130< IQ <150) sehr beliebt und Höchstbegabte (IQ >150) eher unbeliebt seien. Dies könne man sich so erklären, dass begabtere Menschen sehr empathisch sind, sich in andere hinein versetzen können und sich so im sozialen Gefüge besonders gut zurecht finden. Da die Höchstbegabten besonders durch ihre schnelle Auffassungsgabe und ihre oft einzelkämpferische Art auffallen, werden sie oft ausgegrenzt und könnten sich durch viele Zurückweisungen durch Gleichaltrige zu schwierigen Außenseitern verändern. Allerdings ist das nur eine Vermutung, empirische Studien, die das belegen, existieren nicht.
Hochbegabung wird häufig erst dann zum Thema, wenn soziale Inkompatibilitäten zutage treten. Das extreme Verhältnis zwischen der Anzahl der Mitglieder sogenannter High-IQ-Vereine und die Anzahl der rechnerisch in der Bevölkerung vorhandenen Menschen mit entsprechenden IQ-Werten verdeutlicht dies (siehe unter: Intelligenzquotient). Die Mitgliederstärke liegt bei sogenannten High-IQ-Societies stets weit unter der Anzahl der laut Angabe qualifizierenden Personen. So zählt Mensa, eine der mitgliederstärksten Organisationen auf diesem Gebiet, weniger Mitglieder als 1 % derjenigen 2 % der Bevölkerung, die den höchsten IQ haben. Es wäre also davon auszugehen, dass der ganz überwiegende Großteil der zur „Hochbegabung“ taugenden Personen weder als solcher erkannt ist, noch bezüglich seiner Motivationen, Strebungen, Probleme oder Erfolge je besonders erforscht wurde. Man kann aber auch argumentieren, dass viele Hochbegabte wohl einfach kein Bedürfnis haben, sich in speziellen Vereinen zu organisieren.
Hochleistende
Es gibt viele Schüler oder Erwachsene, die als Hochleistende bzw. Overachiever außerordentliche Leistungen in Schule oder Berufswelt erbringen. Dies ist allerdings nicht gleichbedeutend mit einer Hochbegabung. Auffälligkeiten können auch auf anderen Feldern als der Intelligenz vorliegen, wie zum Beispiel bei Fleiß und Ehrgeiz. Darüber hinaus führt körperliche Attraktivität zu einer deutlich größeren Einschätzung verschiedener nichtkörperlicher Eigenschaften – unter anderem der Intelligenz – durch andere Menschen[6]. Ein Einfluss auf nicht rein objektive Bewertung von Leistungen (wie meist an Schulen, Hochschulen und bei Vorgesetzten) liegt nahe.
Bekannte Hochbegabte
- Arno Funke, Kaufhaus-Erpresser alias Dagobert (IQ 145).
- Theodore Kaczynski, UNA-Bomber (IQ 170).
- Edmund Emil Kemper, Serienmörder (IQ 145).
- Marilyn vos Savant, US-amerikanische Zeitungskolumnistin und Autorin (IQ 187).
- Robert James Fischer, Schachspieler (IQ 184).
- Sho Yano, Student (IQ 200).
Dazu sei der Fairness halber erwähnt, dass in den USA andere Skalen zum Einsatz kommen. 148 dort entspricht unseren 130. Die Umrechnungsformel lautet:
- (Wert im deutschen Sprachraum - 100) / 5 * 8 + 100
So würden die 145 von A.Funke in den USA 172 entsprechen oder die 184 von Bobby Fischer 152,5 bei uns.
Kritisch ist bei dieser Auflistung anzumerken, dass bei Werten über 130 die Messgenauigkeit (Reliabilität) der Intelligenztests relativ gering ist
(vgl. Lienert, G.A. & Raatz, U. (1994). Testaufbau und Testanalyse. (5. Auflage). Weinheim: Beltz – PVU).
Siehe auch
verwandte Begriffe
Hochbegabtenforschung
Begabtenförderung
Hochbegabtenvereinigungen und Selbsthilfegruppen
(angebliche) Korrelate von Hochbegabung
Quellen
- . a b
- . a b c BR-Online: Erkennen von Hochbegabung, 3.8.2006
- . a b c d Hochbegabtenförderung e. V.: Merkmale für Hochbegabung
- ↑ Kaskade e. V.: Hochbegabung erkennen, 3.8.2006
- ↑ Sylvia Zinsers Sammelsurium: FAQ Hochbegabung/Höchstbegabung, 3.8.2006
- ↑ Braun, C., Gründl, M., Marberger, C. & Scherber, C. (2001). Beautycheck - Ursachen und Folgen von Attraktivität.
Literatur
- Brackmann, Andrea: Jenseits der Norm - hochbegabt und hoch sensibel?, Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-89002-5.
- Freund-Braier, Inez: Hochbegabung, Hochleistung, Persönlichkeit, Münster: Waxmann 2000.
- Fortenbacher, Astrid: Hochbegabung bei Vor- und Grundschulkindern. Verhaltensmerkmale, Risiken, Förderung. Saarbrücken 2006, ISBN 3-86550-487-6
- Horsch, Herbert / Müller, Götz / Spicher, Hermann-Josef: Hoch begabt und trotzdem glücklich (Reihe Elternratgeber), Oberstebrink 2006
- Huser, Joëlle: Lichtblick für helle Köpfe. Ein Wegweiser zur Erkennung und Förderung von hohen Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen auf allen Schulstufen. Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, Zürich. 4. überarbeitete Ausgabe 2004. ISBN 3-906744-32-9
- Juda, Adele: Höchstbegabung, München: Urban und Schwarzenberg 1953.
- Keller, A. Josef, Novak Felix: Kleines pädagogisches Wörterbuch, Freiburg-Basel-Wien: Herder 1993.
- Lange-Eichbaum, Wilhelm: Genie, Irrsinn und Ruhm. Die geheimen Psychosen der Mächtigen, Komet 2000, ISBN 3933366607
- Müller, Theresa: Ist unser Kind hoch begabt? Berlin: Urania-Ravensburger 2000.
- Pruisken, Christiane: Interessen und Hobbys hochbegabter Grundschulkinder, Münster: Waxmann 2005.
- Reichle, B., Lehmann, W. & Jüling, I. (2004): Hochbegabte Kinder. Erkennen, fördern, problematische Entwicklungen verhindern, Weinheim: Beltz
- Rohrmann, Sabine / Rohrmann, Tim: Hochbegabte Kinder und Jugendliche. Diagnostik - Beratung - Förderung, München: Ernst Reinhardt 2005.
- Rost, Detlef H. (Hrsg.): Lebensumweltanalyse hochbegabter Kinder. Das Marburger Hochbegabtenprojekt, Göttingen: Hogrefe 1993.
- Rost, Detlef H. (Hrsg.): Hochbegabte und hochleistende Jugendliche. Neue Ergebnisse aus dem Marburger Hochbegabtenprojekt, Münster: Waxmann 2000, ISBN 3-89325-685-7.
- Rost, Detlef H. & Schillig, Susanne R.: Hochbegabung, in: Rost, D. H.: Handwörterbuch Pädagogische Psychologie, Weinheim: Beltz PVU 2006, S. 233-245, ISBN 3-621-27585-1.
- vom Scheidt, J.: Das Drama der Hochbegabten, Piper-Taschenbuch 2004.
- Schilling, Susanne R.: Hochbegabte Jugendliche und ihre Peers, Münster: Waxmann.
- Schulte zu Berge, Sabine: Hochbegabte Kinder in der Grundschule. Erkennen - Verstehen - Im Unterricht berücksichtigen, Münster-Hamburg: LIT-Verlag, ISBN 3-8258-5348-9
- Schütz, Corinna: Leistungbezogenes Denken hochbegbabter Kinder, Münster: Waxmann 2004.
- Sparfeldt, Jörn R.: Berufsinteressen hochbegabter Jugendlicher, Münster: Waxmann 2006.
- Stapf, Aiga: Hochbegabte Kinder, München: C.H.Beck 2003.
- Tücke, Manfred: Schulische Intelligenz und Hochbegabung, Münster: Lit Verlag 2005.
- Urban, Klaus K.: Hochbegabungen. Aufgaben und Chancen für Erziehung, Schule und Gesellschaft, Münster: Lit-Verlag 2004, ISBN 3-8258-8246-2
Weblinks
| Wiktionary: Hochbegabung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
- Linkliste zum Thema Hochbegabung
- Begabte Kinder finden und fördern − Ratgeber des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
- Deutscher Bildungsserver: Förderung von Hochbegabten
- Netzwerk Hochbegabte Erwachsene
- Mensa in Deutschland e. V. (MinD)
- Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e. V.
- Österreichisches Zentrum für Begabungsforschung und Begabtenförderung
- chancen-nrw.de - Die Internetseite des Landes NRW zur Individuellen Förderung und Begabungsförderung
- Hoch-Begabten-Zentrum Brühl
- Hochbegabtenberatung
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