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Der Tunnel

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt ein Buch von Bernhard Kellermann. Für die Kurzgeschichte von Friedrich Dürrenmatt siehe Der Tunnel (Dürrenmatt), für den Film mit Heino Ferch siehe Der Tunnel (Film)

Der Tunnel ist das bedeutendste Buch des Schriftstellers Bernhard Kellermann. Es erschien im April 1913 im S.Fischer Verlag. Bereits nach einem halben Jahr waren 100.000 Exemplare verkauft; das Werk wurde zu einem der erfolgreichsten Bücher der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bis 1939 erreichte es eine Gesamtauflage in Millionenhöhe.

Kellermann rezipiert in dem Roman die positivistische Einstellung seiner Epoche mit der Begeisterung für die moderne Technik, der nichts mehr unmöglich scheint. So will der Ingenieur Allan, genannt Mac, innerhalb von wenigen Jahren einen Tunnel am Grunde des Atlantiks von Amerika nach Europa bauen. Die Zeit scheint reif, Technologien bis ins Unendliche auszureizen. Wie so oft, droht der Traum des Ingenieurs aus finanziellen Gründen zu scheitern; mehrere Katastrophen erfährt der Tunnelbau unter dem Berg. Das Fiasko scheint unabwendbar, als auch die Arbeiterheere rebellieren. Der Held Allan wird zu einem der meistgehassten Menschen des Planeten.

Nicht nur die Rezeption von Sentiments seiner Zeit gelingt Kellermann, er antizipiert daneben gesellschaftliche Ereignisse wie die Weltwirtschaftskrise; seine Vision gewinnt den Charme einer Parallelweltgeschichte von 1920er und 1930er Jahren, in denen der Erste Weltkrieg nie eingetreten ist. Und so bleibt auch dem Tunnel eine bittere Zukunft: nach 26 Jahren Bauzeit wird er schließlich vollendet, jedoch sind es nun die Flugzeuge, die binnen weniger Stunden über den Atlantik fliegen. So bleibt die Erkenntnis, dass die Technologien bei ihrer Anwendung stets veraltet sind.

Was nicht verschwiegen werden darf, ist die betont antisemitische Darstellung von Allans Gegenspieler S. Woolf, dem zum Finanzmagnaten gewordenen eingewanderten „Ostjuden“, der von Kellermann nicht nur als weichlich, wehleidig, dabei amoralisch und dem Mammon verfallen, sondern auch als Erotomane mit sadomasochistischen und pädophilen Zügen gezeichnet wird und damit alle seinerzeit geläufigen Negativklischees bedient.

Literatur

Verfilmung

Wikipedia
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