Anmeldung |
Wolf Creek (Australien 2005)
Wolf Creek ist ein australischer Horrorthriller von Greg McLean aus dem Jahr 2005. In den Hauptrollen spielen John Jarratt, Nathan Phillips, Cassandra Magrath und Kestie Morassi. Der Thriller ist fiktional, basiert jedoch lose auf verschiedenen authentischen Kriminalfällen, die sich in Australien in den 1990er Jahren ereigneten. Die filmische Umsetzung der grauenerregenden Ereignisse gelingt in dieser Low-Budget-Produktion erstaunlich gut; Regisseur Greg McLean erzeugt eine dichte Stimmung und baut langsam einen zunehmend atemberaubenden Nervenkitzel auf. Stellenweise holprig in Schnitt und Erzählfluss, aber überzeugend in den darstellerischen Leistungen und eher zurückhaltend in Bezug auf voyeuristischen Sadismus. Sehenswert für Genrefreunde. Der für ein geschätztes Budget von nur einer Million US-Dollar produzierte Film erreichte bei den IMDb-Ratings eine überdurchschnittlich gute Bewertung von 6,2 von 10 bei 12.572 abgegebenen Stimmen (Stand: August 2007). HandlungKristy Earl (Kestie Morassi), Liz Hunter (Cassandra Magrath) und Ben Mitchell (Nathan Phillips) - drei junge Leute an der sonnigen Westküste Australiens. Mit vollen Rucksäcken, viel Enthusiasmus und einem halbwegs fahrtüchtigen Ford Kombi starten sie in den Urlaub ihres Lebens: drei Wochen Outback-Tour im Wolf Creek Nationalpark. Der beginnt mit Sommerhitze, Abenteuer und Romantik, bis eines abends das Auto nicht mehr anspringt. Die drei richten sich schon für eine dunkle Nacht ein, als Mick (John Jarratt) auftaucht. Der schrullige Mann bietet an, sie mit seinem Truck abzuschleppen und am nächsten Tag ihr Auto zu reparieren. Doch bei Sonnenaufgang wird klar, dass Mick sie nicht gehen lassen wird - niemals wieder... Bezüge zu authentischen KriminalfällenDer Charakter des Mick Taylor (John Jarratt) orientiert sich an dem Backpacker-Mörder Ivan Milat, der in den 1990er Jahren mehrere Rucksacktouristen entführte und zu Tode folterte. Taylor wurde gefasst und im März 1996 zu lebenslänglichem Freiheitsentzug verurteilt. Seine sieben Opfer waren Joanne Walters, Caroline Clarke, James Gibson (19), Deborah Everist (19), Simone Schmidl (20), Gabor Kurt Neugebauer (21) und Anja Susanne Habschied (20); Taylor steht unter Verdacht, zehn weitere Morde verübt zu haben. Die australische Erstaufführung des Films korrelierte mit einer Anklage gegen den ehemaligen Automechaniker Bradley John Murdoch, der in einem Prozess im Oktober 2005 für schuldig befunden wurde, im Jahr 2001 den britischen Rucksacktouristen Peter Falconio (28) ermordet und dessen Freundin Joanne Lees entführt zu haben; Falconios Leichnam wurde nie gefunden. KurzkritikRegisseur Greg McLean entzieht sich in einigen Aspekten souverän den zunehmend eingefahrenen Genrekonventionen der modischen Horror-Pornos: Seine Hauptdarsteller Kristy Earl (Kestie Morassi), Liz Hunter (Cassandra Magrath) und Ben Mitchell (Nathan Phillips) überzeugen durch Frische und Authentizität, eine Schuld-und-Sühne-Argumentation unterbleibt vollkommen; die drei Opfer wirken einfach nur natürlich, sympathisch und hilflos. McLean hält sich darüber hinaus auch beim Ausleben voyeuristischer Folter-Fantasien halbwegs zurück und überschreitet jene Grenze nicht, die Filme wie Hostel unerträglich machen. Der Erzählfluss wirkt stellenweise holprig und sprunghaft, jedoch nicht treibend; im Gegensatz zur häufig ähnlich geschnittenen Zeitraffung scheint Cutter Jason Ballantine die Zeit eher zu dehnen; er umschifft so oberflächlichen Thrill und erzeugt eine unterschwellige Suspense, die an den Nerven zerrt. Wer allerdings einen platten Horror-Schocker à la The Texas Chainsaw Massacre (2003) erwartet, wird garantiert enttäuscht und sich langweilen. Ausgesprochen schwach ist Wolf Creek dagegen im analytischen Gehalt; John Jarratt verkörpert seine Rolle als Mick Taylor zwar eindrucksvoll, erschließt dessen Motivation nicht einmal ansatzweise; der Zuschauer gewinnt keinerlei Einblicke in die Psyche des Killers - Schauspieler wie Götz George (als Fritz Haarmann in Der Totmacher, 1995) oder Anthony Hopkins (als Hannibal Lecter in Das Schweigen der Lämmer, 1991) beweisen, dass auch geisteskranken Charakteren psychologische Tiefe und Plausibilität verliehen werden kann. Filme wie Wolf Creek wird man wohl nur einmal im Leben freiwillig anschauen - zu grauenvoll sind die dargestellten Ereignisse, als dass derartige Filme auch nur ansatzweise Vergnügen bereiten könnten; für Genrefreunde kann Wolf Creek jedoch durchaus sehenswert sein. Hinweis für Liebhaber von Originalfassungen: Die hier vorliegende DVD verfügt über eine englischsprachige Tonspur, die zwar ganz anständig abgemischt zu sein scheint, die Textverständlich ist jedoch ungewöhnlich schlecht. Filmografische Daten
Literatur
Siehe auchFilme mit ähnlicher Thematik:
Netmarks
Ähnliche Beiträge
|
MonitoringBenachrichtigen bei Änderungen:
Lesezeichen setzenEmpfehlungen...und der RestWerbungExterne VerweiseRessourcenFreunde: • Kefk Network Film |