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Underdogs (BRD 2007)
Underdogs ist eine Komödie von Jan Hinrik Drevs aus dem Jahr 2007. Er ist introvertiert, hat einen beeindruckenden Brustkorb, und fragt nicht zweimal nach, bevor er zuschlägt: Häftling Mosk (Thomas Sarbacher) trainiert verbissen für die gefängnisinternen Meisterschaften im Gewichtheben. Dass die neue Gefängnisdirektorin (Clelia Sartos) ein Programm etablieren möchte, bei dem ausgewählte Häftlinge kleine Hundewelpen zu Blindenhunden ausbilden, ist ihm schnurz. Dennoch bewohnt plötzlich ein niedliches Hundebaby seine Zelle, und er muss sein Bestes tun, um der piepsenden und pinkelnden Welpe die nötigen Befehle beizubringen. Mosks Strenge und Ablehung dem Hündchen gegenüber lassen das Ausbildungsziel in weite Ferne rücken. Zudem zieht Mosk den Zorn der Mitinsassen auf sich, die das ganze Projekt durch seine Verweigerungshaltung gefährdet wissen, und den Vierbeinern ihrerseits voller Elan und Schmuseeinheiten „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ einbleuen. Aber die größte Prüfung steht allen harten Kerlen noch bevor: nämlich das Weggeben des dann doch treuesten Freundes nach erfolgreicher Ausbildung.
HandlungGroßversammlung in der JVA Brunnenberg. Die Häftlinge hocken abwartend auf ihren Nach einer Weile bekunden sämtliche Gefangenen ihr Interesse an dem Projekt. Nur Mosk bleibt mit verschränkten Armen sitzen. Er hat etwas anderes zu tun: Der wegen Totschlag in besonders schwerem Fall Verurteilte bereitet sich auf die knastinternen Meisterschaften im Gewichtheben vor, und möchte keine Trainingsminute missen. Schon gar nicht wegen eines Köters... Beim auf Video aufgezeichneten Einzelgespräch, das die selbstbewusste Direktorin und der skeptische Hundetrainer Wache (Hark Bohm) mit jedem Häftling führen, unterstreicht Mosk noch einmal seine ablehnende Haltung: Er habe keine Zeit für eine solche Idee. Obwohl er es natürlich könnte, wenn er wollte... In seiner Zelle, deren wenige Möbel er regelmäßig für sein Muskeltraining zweckentfremdet und in der er auch die geschmuggelte Zusatz-Kraftnahrung für Bodybuilder versteckt, schreibt Mosk Postkarten an einen italienischen Freund - während der zuständige Staatssekretär sich ausgerechnet ihn, den unzugänglichen und brutalen Mosk, für die Teilnahme am Hundeprogramm ausguckt. Gerade ein solcher Härtefall würde doch die Effizienz des Projekts untermauern, erklärt er der Direktorin. Notgedrungen stellt Frau Cornelius dem Häftling Mosk ein Ultimatum: Nur wenn er einen kleinen Hundewelpen in seiner Zelle aufnehme und mit ihm die Blindenführhund-Zwischenprüfung bestände, dürfe er an den Knastmeisterschaften teilnehmen. Zusammen mit den Häftlingen Döner (Kida Ramadan), Prell (Ingo Naujoks) und Forster Die Direktorin erhöht den Druck auf Mosk, und schränkt die Zeiten für sein Muskeltraining ein. Mosk zieht sich noch mehr zurück, legt sich mit den Mitinsassen an und schläft aus Gewohnheit weiterhin jede Nacht mit Ohrstöpseln, damit er möglichst ungestört bleibt. Doch Mosks Mit-Hundehalter werden langsam sauer, denn das Scheitern von „Ausbilder“ Mosk bringt das gesamte Projekt in Gefahr. Es droht zu platzen, wenn nicht alle Hundehalter die anstehende Zwischenprüfung bestehen, bei der die Hunde auf Befehl sitzen, stehen und „Platz“ machen müssen. Außerdem müssen sie es sich gefallen lassen, dass das Herrchen sich über sie stellt – die meisten Vierbeiner finden das sehr unangenehm. Wieder geraten Mosk und Wache aneinander – der Hundetrainer bedauert das Tier und verlässt wütend den Ausbildungsplatz. Sogar der ansonsten sehr zurückhaltende, wegen organisierten Verbrechens einsitzende Mithäftling Kiriakov (Wladimir Tarasjanz) mischt sich ein und bedroht Mosk: Er soll sich gefälligst endlich um seinen Hund kümmern. Eines Morgens liegt das Tier krank unter Mosks Bett – der Häftling hatte das jammervolle nächtliche Winseln nicht gehört. Geschockt lässt Mosk seinen Hund zum Arzt bringen und wartet ängstlich auf Nachricht, ob er die mysteriöse Krankheit überlebt. Als Mosk erfährt, dass die Hündin außer Gefahr ist – sie hatte sich an ein paar Löffeln der Kraftnahrung vergiftet, die Mosk ahnungslos an sie verfüttert hatte – ist seine eisige Haltung gebrochen. Er lässt den Hund nachts am Fußendes seines Bettes schlafen und offenbart ihm gegenüber endlich Gefühle: Er lobt und streichelt ihn und bemüht sich um ein faires Verhältnis. Bei der Meisterschaft im Gewichtheben stemmt Mosk, der viel Training verpasst hat, nicht mehr genug Kilos für den Titel. Doch der Erfolg mit seinem Zellenhaustier lässt nicht auf sich warten: Auch Mosks Hündin erreicht das Ausbildungsziel und schafft die Zwischenprüfung. Bei der anschließenden Siegesfeier im Gefängnis kommen sich Mosk und die Direktorin ProduktionsnotizenHäftlinge und Hunde – dass die Erziehung der treuen Tiere positive Auswirkungen auf Menschen hat, wurde in us-amerikanischen Programmen wie dem in New York ansässigen Projekt „Puppies behind bars“ (Welpen hinter Gittern) zur knastinternen Blindenhundausbildung bewiesen. „Underdogs“-Regisseur und Hundehalter Drevs hat 2001 einen Dokumentarfilm über dieses Projekt gedreht, bei dem Schwerverbrecher ihre Emotionalität und die Hunde ihren Spaß am (räumlich recht eingegrenzten) Apportieren entdecken. Vom Thema seitdem fasziniert, arbeitete Drevs seine Erfahrungen ein paar Jahre später zu einem Drehbuch für einen Spielfilm um, in dem ein unzugänglicher Häftling von seiner Zuneigung zum Tier überrascht wird. Der schweigsame Einzelgänger Mosk sträubt sich anfangs gegen seine Rolle als verantwortungsvolles Herrchen, lehnt jeden Körperkontakt mit der tapsigen Welpe ab, und will sich auf gar keinen Fall von treuen Hundeaugen einwickeln lassen – das Image des gefährlichen Gangsters passt nun mal nicht zum Streichelzoo. Doch in Drevs’ Film geht es nicht nur um Hündchen, Knochen und Gehorsam. Denn vor allem die Beschäftigung mit wiedergefundenen – oder neu entwickelten – Gefühlen birgt Probleme für Menschen, die hinter schwedischen Gardinen sitzen: Wie sollen sie sie ausleben, wenn sie am Ende des Tages doch alleine bleiben? Und weder mit dem Hund noch mit dem Frauchen schmusen können? Ein „harter“ und ein „kleiner Hund“ erleben in „Underdogs“ eine wechselhafte Beziehung, die dem Menschen einige neue Erkenntnisse über sich und seine Gefühlswelt beschert. Und so manchen nassen Fleck auf dem Zellenboden. Filmografische Daten
Darsteller:
DVD-Ausstattung
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