Hamburger Lektionen (BRD 2006)

Hamburger Lektionen, Filmplakat
Produktionsjahr2000er Jahre
  2006
ProduktionslandEuropa
  Mitteleuropa
    Deutschland
      BRD
GattungDogma 95
MediumKinofilm

Hamburger Lektionen ist ein deutscher Dokumentarfilm von Romuald Karmakar aus dem Jahr 2006.

Ende der 90er Jahre wurde Mohammed Fazazi Imam der Al-Quds-Moschee in Hamburg. Im Januar 2000, in den letzten Tagen des Fastenmonats Ramadan, hielt Fazazi im Gebetsraum der Moschee mehrere „Lektionen“, bei denen die Anwesenden Fragen zu verschiedenen Aspekten des Lebens stellen konnten. Diese Sitzungen wurden von einer unbekannten Person auf Video aufgenommen und in der Buchhandlung der Moschee, aber auch in Buchhandlungen außerhalb vertrieben.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington wurde bekannt, dass drei der vier Selbstmordpiloten, aber auch andere Personen, die der so genannten Hamburger Gruppe zugerechnet werden, regelmäßig die Al-Quds-Moschee besucht haben und in engem Kontakt zu Fazazi standen.

Auf der Grundlage des Videos rekonstruieren die Hamburger Lektionen den vollständigen Wortlaut zweier Sitzungen vom Januar 2000 und geben damit die Möglichkeit, die Binnenlogik eines Denkers und Predigers kennen zu lernen, der die salafistische Variante des Islam lehrt. Ihrzufolge haben allein der Prophet und seine Gefährten sowie die drei folgenden Generationen der Muslime gläubig und rein genug gelebt.

Handlung

Filmografische Daten

  • Länge: 133 Minuten
  • Bildformat: 16:9
  • Darsteller: Manfred Zapatka (Vortragender)
  • Regie: Romuald Karmakar
  • Produktion: Eine Produktion der Pantera Film GmbH in Zusammenarbeit mit Dirk Laabs
  • Produzenten: Romuald Karmakar
  • Textbuch: Romuald Karmakar
  • Übersetzung: Achmed Khammas, Günther Orth, Maria Legann, F. Franzmathes
  • Kamera: Fred Schuler (ASC), Frank Müller, Casey Campell
  • Schnitt: Romuald Karmakar, Karin Nowarra

Preise und Auszeichnungen

  • Uraufführung auf der Berlinale 2006
  • internationale Premiere auf dem IFF Vancouver
  • 3sat-Dokumentarfilmpreis 2006 im Rahmen der 30. Duisburger Filmwoche

Des Weiteren auf zahlreichen Festivals eingeladen, z.B. nach Rotterdam, Mar del Plata, Locarno, zur Viennale, Copenhague Dox und Cinéma du Réel in Paris u.v.a.

Produktionsnotizen

Mohammed Fazazi kehrte im Oktober 2001 in seine Heimat nach Marokko zurück.
Nach den Anschlägen in Casablanca im Mai 2003 wurde Fazazi verdächtigt, die vierzehn Selbstmordattentäter „inspiriert“ zu haben. Einen Monat später wird er vor einem marokkanischen Gericht als „Theoretiker“ der Gruppierung „Salafyia Jihadia“ der „Anstiftung zum Mord und Teilnahme an der Planung terroristischer Akte“ beschuldigt und zu 30 Jahren Haft verurteilt. In Deutschland ist gegen ihn nie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.
Hamburger Lektionen ist nach Himmler-Projekt, seinem Film über die dreieinhalbstündige Rede Heinrich Himmlers bei der SS-Gruppenführertagung in Posen im Oktober 1943, Romuald Karmakars zweite Arbeit, die sich durch die Rekonkretisierung eines Dokuments mit radikalen Strukturen unserer Zeit beschäftigt.

Hamburger Lektionen wurde nach der Uraufführung auf der Berlinale 2006 und der internationalen Premiere auf dem IFF Vancouver auf zahlreiche Festivals eingeladen, z.B. nach Rotterdam, Mar del Plata, Locarno, zur Viennale, Copenhague Dox und Cinéma du Réel in Paris. Bei der Filmwoche Duisburg 2006 erhielt der Film den 3sat-Preis als bester deutschsprachiger Dokumentarfilm.

Unterstützt mit Mitteln der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen und des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien wird Hamburger Lektionen ab dem 20. September 2007 von farbfilm verleih erstmals bundesweit im Kino präsentiert.

DVD-Ausstattung

  • N/A

Netmarks

  • N/A
Akteure
Starttermine
Kinostart (BRD): 
Donnerstag, 20. September 2007
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