Zeitgeschichte

  • Berlinale 2008: Berlinale-Sonderprogramm zu 40 Jahre Vietnamkongress - War at Home - Der Vietnamkrieg im US-Kino- '''Im Februar 1968 fand in Berlin der „Vietnamkongress“ des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) statt'''. '''Diese Veranstaltung bildete den Auftakt für die Protestbewegung, die als „Mai 1968“ Geschichte machte'''. '''Der Kongress war eine Initialzündung für die deutsche Studentenbewegung, deren Aufmerksamkeit nicht mehr vorrangig dem Krieg in Fernost galt und zunehmend den Umgang der jungen Bundesrepublik mit der eigenen Nachkriegsgeschichte fokussierte'''. Die Berlinale nimmt gemeinsam mit der [[Bundeszentrale für politische Bildung]] den 40. Jahrestag des Vietnamkongresses zum Anlass, die '''US-amerikanische Perspektive auf den Vietnamkrieg''' in einem kompakten Filmprogramm nachzuzeichnen. Hollywood produzierte kritische Kriegsspielfilme wie M.A.S.H. (Robert Altman, 1970) und Catch 22 (Mike Nichols 1971), die zugleich den Beginn des New Hollywood markieren. Zu sehen sind darüber hinaus Dokumentarfilme und Protestfilme, die von den Traumata berichten, die der Krieg zuhause auslöste. Die Vorführungen der War at Home-Filmreihe finden vom 8. bis 15. Februar im Filmpalast statt. Das Filmprogramm ergänzt ein mehrmonatiges Begleitprogramm zur '''Ausstellung „'68 - Brennpunkt Berlin“''' der Bundeszentrale für politische Bildung im Amerika-Haus Berlin. Bis Mai 2008 stehen dort die Folgen der Studentenbewegung in Lesungen, Podiums- und Zeitzeugengesprächen zur Diskussion. Zudem werden Teile dieses Berlinale Filmprogramms in einer umfangreichen Filmreihe mit 68er Filmen wiederholt.
  • Überwältigendes Zuschauerinteresse am TV-Zweiteiler "Contergan"- '''Auch der zweite Teil des WDR Fernsehfilms "Contergan" ist auf ein überwältigendes Zuschauerinteresse gestoßen'''. Bei der Ausstrahlung von '''Contergan - Der Prozess''' gestern Abend im Ersten sahen über 6,85 Millionen Zuschauer (Marktanteil 21,2 Prozent). Schon am Mittwochabend hatten 7,22 Millionen Zuschauer den ersten Teil '''Contergan - Eine einzige Tablette''' des bereits im Vorfeld viel diskutierten Films gesehen. Der Marktanteil betrug dabei 22,2 Prozent. Der Ausstrahlung war eine langwierige juristische Auseinandersetzung vorausgegangen. Erst ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts erlaubte es, den Film von Regisseur und ''Grimme''-Preisträger '''[[Adolf Winkelmann]]''' im Ersten zu senden. Der Spielfilm, der von Michael Souvigniers Firma ''Zeitsprung'' produziert wurde, schildert die Folgen und Ereignisse rund um das Schlafmittel Contergan, das nach seiner Markteinführung 1957 in mehreren tausend Fällen für schwere Fehlbildungen bei Neugeborenen sorgte und zum Gegenstand eines jahrelangen Rechtsstreits wurde.
  • Shoah (Frankreich 1985)- '''Shoah''' ist ein monumentaler Dokumentarfilm des französischen Filmemachers '''[[Claude Lanzmann]]''' aus dem Jahr 1985, der sich mit der Vernichtung des europäischen Judentums beschäftigt: 12 Jahre Arbeit, 350 Stunden Material, 9 1/2 Stunden Film gegen das Vergessen. Dabei verzichtet dieses epische Mammutprojekt auf Musik, auch auf jegliche Form der Analyse und vor allem auf historisches Bildmaterial auf die Bilder von Massengräbern, Gaskammern, von ausgemergelten Körpern. Im Mittelpunkt stehen nicht die Dokumente der Vergangenheit, sondern steht die Gegenwärtigkeit des Erinnerns. 40 Jahre nach Kriegsende fertig gestellt, erregte der Film Aufsehen und Bewunderung, lief auf etlichen Festivals, war mehrfach im Fernsehen zu sehen, bis Mitte der 90er Jahre auf VHS erhältlich und ist seitdem in Deutschland nicht mehr greifbar. Nunmehr 62 Jahre nach Kriegsende erscheint dieses Monument historischer Aufklärung jenseits von Guido Knopp und Steven Spielberg in Deutschland auf DVD in der ''Arte Edition'' von ''Absolut Medien''.
  • Margrit Frölich, Christian Schneider, Karsten Visarius (Hrsg.): Das Böse im Blick (2007)- '''Das Böse im Blick - Die Gegenwart des Nationalsozialismus im Film''' ist ein filmhistorischer Sammelband, der von Margrit Frölich, Christian Schneider und Karsten Visarius herausgegeben wurde. »''Der Untergang''«, »''Napola - Elite für den Führer''«, »''Sophie Scholl - die letzten Tage''«, »''Speer und Er''«, »''Der neunte Tag''«, »''Hitlerkantate''« - die Kette von deutschen Filmproduktionen über das [[Drittes Reich|Dritte Reich]] reißt nicht ab. Ja, es entsteht sogar der Eindruck, dass eine neue Phase der filmischen Auseinandersetzung mit dieser Zeit begonnen hat. Zu den aufwendigen Spielfilm-Inszenierungen und Doku-Dramen kommen noch dokumentarische Beiträge wie »''2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß''« oder »''Das Himmler-Projekt''«. Und schließlich gibt es das Phänomen des historischen TV Infotainments à la »''Holokaust''« oder die scheinbar unendliche Geschichte von »''Hitlers Helfern''«, »''Hitlers Frauen''«, »''Hitlers...''«. Adolf Hitler - ist er der Superstar des neuen deutschen Films? Fast alle diese Beiträge erheben den Anspruch, Geschichte neu zu schreiben. Und in der Tat - sie tun es. Denn mit dem Aussterben der Zeitzeugen werden diese filmischen Dokumente das Geschichts-Bild der nachkommenden Generationen mehr prägen als alles, was die Zunft der Historiker aufzubieten hat. Dieses Buch untersucht in film- und kulturwissenschaftlichen, historischen und psychoanalytischen Einzelanalysen Wesen, Wirkung und Folgen dieses Booms.
  • Der gewöhnliche Faschismus (UdSSR 1965)- '''Der gewöhnliche Faschismus''' (Originaltitel: Обыкновенный фашизм/'''Obyknovennyy fashizm'''; Synonymtitel: '''A Night of Thoughts''', '''Echo of the Jackboot''', '''Ordinary Fascism''' und '''Triumph Over Violence''') ist ein sowjetischer Dokumentarfilm von Mikhail Romm aus dem Jahr 1965. ''Der gewöhnliche Faschismus'' bietet die Analyse eines Massenphänomens. Das anklagende Dokument stützt sich auf historische Filmmaterialien und deckt den Mechanismus des sozialen Betruges an Millionen Menschen auf, analysiert die Wurzeln des Faschismus und dessen verhängnisvollen Einfluß auf die menschliche Psyche. Der Dokumentarfilm ''Der gewöhnliche Faschismus'' gilt als Meilenstein der Filmpublizistik sowie als "''Klassiker des analytisch-didaktischen Dokumentarfilms''" (LdiF 1995: 2026).
  • Shoah (Frankreich 1985)- '''Shoah''' ist ein vierteiliger Dokumentarfilm des Regisseurs Claude Lanzmann aus dem Jahre 1985, in dem Zeitzeugen des Holocaust befragt werden. == Literatur == * Claude Lanzmann: ''Shoah''. Düsseldorf, claassen, 1986. 279 Seiten. ISBN 3546458990 == Netmarks == * [http://german.imdb.com/title/tt0090015/ IMDb] * [http://www.filmzentrale.com/rezis/shoahkk.htm Filmzentrale.de] (Klaus Kreimeier)
  • Power and Terror: Noam Chomsky in Our Times (USA/Japan 2002)- '''Power and Terror: Noam Chomsky in Our Times''' (deutscher Titel: '''Power and Terror: Noam Chomsky - Gespräche nach 9/11''') ist ein Dokumentarfilm von John Junkerman aus dem Jahr 2002. Der Film zeigt Noam Chomsky in einer Reihe von Interviews aus dem Frühjahr 2002 nach dem 11. September 2001 und dem Irakkrieg. Der Film erreichte bei den IMDb-Ratings eine überdurchschnittlich gute Bewertung von 6,9 von 10 bei 152 abgegebenen Stimmen (Stand: Juli 2005).
  • Drum - Wahrheit um jeden Preis (Südafrika/USA/BRD)- '''Drum - Wahrheit um jeden Preis''' ist ein Spielfilm von Zola Maseko, der als Koproduktion zwischen Südafrika, den USA und der BRD entstand. In den Hauptrollen spielen Taye Diggs, Jason Flemyng, Gabriel Mann, Moshidi Motshegwa und Bonnie Mbuli. ''Drum'' wurde 2004 auf dem ''Toronto International Film Festival'' sowie als Eröffnungsfilm des ''Filmfests München'' 2005 aufgeführt. Der Film erreichte bei den IMDb-Ratings eine eher mittelmäßige Bewertung von 4,2 von 10 bei 35 abgegebenen Stimmen (Stand: Juni 2005).
  • Heimat 3 - Chronik einer Zeitenwende (BRD 2004)- '''Heimat 3 - Chronik einer Zeitenwende''' ist ein deutscher Spielfilm-Zyklus von Edgar Reitz aus dem Jahr 2004. In den Hauptrollen spielen Salome Kammer, Henry Arnold, Uwe Steimle, Matthias Kniesbeck, Michael Kausch, Nicola Schössler, Tom Quaas, Peter Schneider u.v.a.; die Filmmusik komponierten Nikos Mamangakis und Michael Riessler. Der Zyklus besteht aus sechs Teilen: # Das glücklichste Volk der Welt, 106 min. # Die Weltmeister, 100 min. # Die Russen kommen, 125 min. # Allen geht's gut, 132 min. # Die Erben, 105 min. # Abschied von Schabbach, 111 min ''Blickpunkt Film'': »''Reitz' präzise, kurzweilige 'Chronik einer Zeitenwende' ist eine bestens vermittelte Geschichtsstunde, ein Stück Film- und TV-Geschichte''«. ''Heimat 3'' erreichte bei den IMDb-Ratings eine exzellente Bewertung von 9,0 von 10 bei 84 abgegebenen Stimmen.
  • Heimat 2 - Chronik einer Jugend (BRD 1992)- '''Heimat 2 - Chronik einer Jugend''' (auch: »'''Die Zweite Heimat'''«) ist ein Filmzyklus von Edgar Reitz aus dem Jahr 1992 mit einer Gesamtlänge von 1.532 Minuten (also über 25 Stunden). In den Hauptrollen spielen Henry Arnold und Salome Kammer; die Filmmusik komponierte Nikos Mamangakis. Mit seiner Laufzeit von 25 Stunden und 32 Minuten hält Heimat 2 den Guinness World Record für den längsten am Stück gezeigten Film (»Longest Film Commercially Shown In Its Entirety«) seit seiner Premiere in München im September 1992. Der Filmzyklus umfasst insgesamt 13 Teile: # - Die Zeit der ersten Lieder (1960) # - Zwei fremde Augen (1960-1961) # - Eifersucht und Stolz (1961) # - Ansgars Tod (1961-1962) # - Das Spiel mit der Freiheit (1962) # - Kennedys Kinder (1963) # - Weihnachtswölfe (1963) # - Die Hochzeit (1964) # - Die ewige Tochter (1965) # - Das Ende der Zukunft (1966) # - Zeit des Schweigens (1967-1968) # - Die Zeit der vielen Worte (1968-1969) # - Kunst oder Leben (1970) Die 13 einzelnen Filme des Zyklus' wurden von ARTE und der ARD erstmals im April und Mai 1993 ausgestrahlt; sie ergänzen einen Handlungsstrang von Reitz' erstem Teil der Trilogie Heimat - Eine deutsche Chronik (1982-84).
  • Heimat 1 - Eine deutsche Chronik (BRD 1984)- '''Heimat 1 - Eine deutsche Chronik''' ist ein epischer Filmzyklus von Edgar Reitz aus dem Jahr 1984 mit einer Gesamtlänge von 1.028 Minuten (also rund 17 Stunden). In den Hauptrollen spielen Marita Breuer und Dieter Schaad; die Filmmusik komponierte Nikos Mamangakis. Heimat 1, der erste Teil der »Heimat«-Filmtrilogie, fand international große Beachtung.
  • Black Box BRD (BRD 2001)- Der Film '''Black Box BRD''' von Andres Veiel aus dem Jahr 2001 beschäftigt sich mit der Geschichte der RAF und des Terrorismus und den damit zusammenhängenden Ideologien, Welt- und Menschenbildern. ''Black Box BRD'' versucht einen Zusammenhang zwischen den geschichtlichen Ereignissen und den möglichen Ursachen herzustellen, indem er zwei Biographien erzählt. Der Film ist geeignet, sich einem schwierig zugänglichen Kapitel bundesdeutscher Geschichte anzunähern, differenzierte Fragen aufzuwerfen und Klischees zu hinterfragen. Er eignet sich auch, deutlich zu machen, daß historische Erkenntnisse, also die Antworten auf die Fragen, immer auch subjektive Erkenntnis beinhalten (nach [http://www.bpb.de/publikationen/V20FT5,,0,Black_Box_BRD.html 1]).
  • Good Bye, Lenin! (BRD 2003)- '''Good Bye, Lenin!''' ist ein deutscher Spielfilm von Wolfgang Becker aus dem Jahr 2003, der die politischen Ereignisse der deutschen Wiedervereinigung anhand der fiktiven Geschichte der Ostberliner Familie Kerner reflektiert. In den Hauptrollen spielen Daniel Brühl und Katrin Saß; die Filmmusik komponierte Yann Tiersen. Der Film erhielt neun deutsche Filmpreise, darunter einen für den Hauptdarsteller Daniel Brühl, den 'Blauen Engel' der Berlinale, einen ''Goldenen Bogey'' und wurde von rund sechs Millionen Kinobesuchern gesehen. ''VideoWoche'': »''[Ein] Meisterwerk, das auch in puncto Figuren, Dialoge, Ausstattung, Kostüme und Musik keinerlei Wünsche offen lässt''«.
  • Im toten Winkel - Hitlers Sekretärin (Österreich 2002)- '''Im toten Winkel - Hitlers Sekretärin''' ist ein österreichischer Dokumentarfilm von André Heller und Othmar Schmiderer aus dem Jahr 2002. Er beschäftigt sich mit Traudl Jung († Februar 2002), Hitlers Privatsekretärin von 1942 bis zum Tod des Führers 1945, die mit 81 Jahren erstmals über ihre Vergangenheit und die Jahre im Dienste Hitlers spricht. Jung berichtet aus erster Hand über die Arbeit mit Hitler in der Wolfsschanze, am Obersalzberg, im Sonderzug und zuletzt im Führerbunker der eingekesselten Hauptstadt.